KREYENBRüCK - Im SPD-Ortsverein Süd gibt es eine Kampfabstimmung um den Vorsitz. Helmut Meyer tritt zur Mitgliederversammlung am 29. Januar gegen Amtsinhaberin Ursula Burdiek an.

Sozialberater tritt an

„Der 50 Jahre alte Sozialberater beim Diakonischen Werk möchte frischen Wind in den Ortsverein bringen, Mitglieder in die aktive politische Arbeit einbinden und im ersten halben Jahr den Schwerpunkt auf Mitgliederwerbung legen“, bekräftigte er gegenüber der NWZ .

Die 56 Jahre alte SPD-Ratsfrau sieht der Abstimmung durchaus gelassen entgegen, wie sie auf Nachfrage der NWZ sagte. „Ich stelle mich der Wahl, setze auf eine Mehrheit, und das sieht ganz gut aus“, meinte sie.

Burdiek ist seit zehn Jahren für die SPD im Rat, Sprecherin im Ausschuss für Stadtplanung und Bauen, Sprecherin im Kulturausschuss und Mitglied im Schulausschuss. Beruflich arbeitet die 56-Jährige als Diplom-Ingenieurin und begleitet größere Baumaßnahmen beim Staatlichen Baumanagement, dem ehemaligen Staatshochbauamt an der Peterstraße.

Intern wird ihr von vielen Fraktionsmitgliedern eine zu große Nähe zur Stadtverwaltung vorgeworfen. Auch habe sie in ihrem Ortsverein zu wenig Impulse gesetzt und sich zu wenig um die Einbindung vor allem jüngerer Mitglieder gekümmert. In den Ausschüssen des Rates leiste sie indes inhaltlich qualifizierte Arbeit.

Zum SPD-Ortsverein 5, der die Stadtteile Krusenbusch, Bümmerstede und Kreyenbrück umfasst, gehören 130 Mitglieder. Die nicht öffentliche Mitgliederversammlung beginnt am Donnerstag, 29. Januar, um 19.30 Uhr im Hotel Heinemann, Klingenbergstraße.

Mit Spannung wird parteiintern darauf geschaut, ob die unter Werner Prange zu einer einflussreichen SPD-Unterorganisation gewachsene Arbeitsgemeinschaft 60plus ihre Mitglieder mobilisiert, um Burdiek zu stützen. Wie zur Wahl von Gesine Multhaupt zur Bundestagskandidatin, die sich mit Hilfe der Stimmen von 60plus-Mitgliedern gegen Christoph Sahm durchsetzen konnte. Prange wird nachgesagt, dass er seinem Sohn Ulf den Weg zur Landtagskandidatur in Oldenburg als Nachfolger von Wolfgang Wulf ebnen möchte und nun im Vorfeld dafür sorgt, dass die Partei in führenden Positionen nicht zu männerlastig wird.

Prange will von derlei Gerüchten nichts wissen: „60plus hält sich aus Angelegenheiten der Ortsvereine raus.“ Meyer, der auch für den SPD-Unterbezirksvorstand kandidieren wird, ist erster Nachrücker, sollten Ursula Burdiek, Luzie Hille oder Florian Eiben ihr Stadtratsmandat niederlegen.