KREYENBRüCK - „Hier kommen die Alten“, ruft lachend eine Frau der Seniorengruppe. Und Jutta Hinrichsen, Leiterin der Gemeinwesenarbeit Stadtteiltreff Kreyenbrück, reicht schmunzelnd Gläser mit Sekt und Orangensaft an die rüstigen Damen weiter. Am Mittwoch war im Stadtteiltreff noch mehr los als sonst: Es wurde das 20-jährige Bestehen gefeiert.
Menschen aller Altersstufen, Religionen und Nationalitäten nutzen das GSG-Gebäude (An den Voßbergen 58) als Nachbarschaftshaus und interkulturellen Treffpunkt. Zum Geburtstagsfest versammelten sie sich selbstverständlich auch hier. Zu den vielen Gästen zählten außerdem neben Vertretern der Ratsfraktionen und der GSG auch Oldenburgs neue Sozialdezernentin Dagmar Sachse, Frank Lammerding, Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Schule, Klaus Kieckbusch, Fachdienstleiter Jugend und Gemeinwesenarbeit, sowie Karl Bonenkamp, Pastor im Ruhestand.
Beginn in kleiner Wohnung
Jutta Hinrichsen und Pastor Bonenkamp waren von Anfang an an dem Projekt Stadtteiltreff beteiligt. Am 1. Juni 1991 nahm die Gemeinwesenarbeit in einer kleinen Dreizimmerwohnung im Frankfurter Weg ihre Arbeit auf. 1996 zog man in größere Räume an der Straße An den Voßbergen 58. Nach 18 Jahren in Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde Osternburg wechselte der Stadtteiltreff 2010 zur Stadt.
„Viele Menschen begleiten uns von Anfang an, einige inzwischen schon in der zweiten Generation“, erzählte Jutta Hinrichsen. Lebendigkeit und Verschiedenartigkeit prägten das Haus. Besonders bedankte sich die Leiterin bei den vielen Ehrenamtlichen und Honorarkräften, die sie bei der Arbeit unterstützten und bei ihren vier festen Mitarbeiterinnen Anna Kheikhel, Karin Bremermann, Birgit Liebig und Michaela Steiner. Dafür gab es besonders großen Applaus von den Gästen, der noch lauter wurde, als Klaus Kieckbusch jeder der Frauen eine Rose überreichte.
Erst zwei Wochen im Amt ist Sozialdezernentin Dagmar Sachse – von der Arbeit und der Atmosphäre im Stadtteiltreff ist sie aber schon jetzt begeistert: „Sie haben den Finger am Kreyenbrücker Puls“. Schönster Beweis für die gute Arbeit des Stadtteiltreffs seien die steigenden Zahlen der Menschen, die an Gruppentreffen, Kursen und Beratungen teilnähmen.
Begeisterung der Menschen
Die Bürger zu unterstützen und Selbsthilfepotenziale zu entwickeln, das seien die Aufgaben der Gemeinwesenarbeit in Oldenburg, betonte Frank Lammerding. Mittlerweile seien alle vier Stadtteiltreffs (neben Kreyenbrück, Dietrichsfeld, Rennplatz und Bloherfelde) in Trägerschaft der Stadt. „So sind enge Absprachen möglich.“ Der Amtsleiter dankte den Mitarbeiterinnen für ihr Engagement, mit dem sie so viele Menschen begeisterten.
Das bunte Miteinander des Stadtteiltreffs zeigte sich auch im kleinen Rahmenprogramm. Da führten die Kleinkinder der Gruppe „Griffbereit“ mit ihren Müttern Tänze vor. Und die Frauen des russischen Gesprächskreises „Samowar“ sangen nicht nur „Moskau stille Nacht“ sondern auch das Volkslied „Jedes Jahr ein Kind“ – da gibt es für den Stadtteiltreff wohl keine Nachwuchssorgen.
