Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Geschichte Gefälschte Hitler-Tagebücher werden veröffentlicht

Konrad Kujau hat Tagebücher von Hitler gefälscht.

Konrad Kujau hat Tagebücher von Hitler gefälscht.

Andreas Gebhard/dpa

Gütersloh (dpa) - 40 Jahre nach Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher im «Stern» werden diese im Laufe des Jahres an das Bundesarchiv übergeben und dort zugänglich gemacht. Das teilten der Bertelsmann-Konzern und die Behörde gemeinsam mit.

1983 hatte die Zeitschrift des Hamburger Verlagshauses Gruner + Jahr vermeintliche Tagebücher von Adolf Hitler veröffentlicht, die sich nur wenige Tage später als Fälschung herausstellten. Es war einer der größten Medienskandale der Bundesrepublik.

Bundesarchiv-Präsident Michael Hollmann sagte, die gefälschten Tagebücher zeigten einen «dreisten Versuch, den brutalen Verbrechen des Nationalsozialismus einen menschlichen Anstrich zu geben, der in den 1980er-Jahren in der Gesellschaft auf Resonanz traf». Die Dokumente werden demnach am Standort Koblenz auf Dauer aufbewahrt und im Rahmen des gesetzlichen Auftrags zugänglich gemacht.

Nachforschungen

Das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) untersucht zudem die gefälschten Tagebücher. Bertelsmann will so ein möglichst objektives Bild erhalten, wie und warum es zur Veröffentlichung kommen konnte.

Die Forscher untersuchen im Auftrag von Bertelsmann - der «Stern» zählt zum Firmenportfolio - zudem die Zeit von der Gründung des Magazins durch Henri Nannen 1948 bis zu seinem Ausscheiden 1983. Im Mai 2022 war die Debatte rund um die Rolle des Ex-«Stern»-Chefredakteurs und Magazininitiators Nannen (1913-1996) in der NS-Zeit neu entfacht worden.

Auslöser war ein Beitrag des Rechercheformats «STRG_F» des öffentlich-rechtlichen ARD-Senders Norddeutscher Rundfunk (NDR) gewesen. Darin ging es um antisemitische Flugblätter im Zweiten Weltkrieg. Es wurde in dem Beitrag eine Verbindung zu Nannen hergestellt.

Angesichts der Untersuchung wurde die renommierte Journalistenauszeichnung Nannen Preis vorläufig in Stern-Preis umbenannt. Die Auszeichnung wird in dieser Woche bereits zum zweiten Mal mit dem alternativen Namen verliehen.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
So sieht einer der zehn neuen Operationssäle im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg aus.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS OLDENBURG Mehr Operationen, Jobs und Patienten – EV nimmt zehn neue Operationssäle in Betrieb

Anja Biewald
Oldenburg
Spannender Lesestoff auf über 50 Seiten: Die erste Ausgabe des neuen Magazins „Tatort Nordwesten“ ist ab sofort erhältlich. Als ePaper kostet das Magazin 5,90 Euro.

TRUE-CRIME-HEFT „Tatort Nordwesten“ als Magazin in Geschäftsstellen und Shop erhältlich

Nicolas Reimer
Im Nordwesten
Podcast
Verlässt im Sommer den VfB: Marcel Appiah

NEUE FOLGE NORDWESTKURVE Warum der VfB Oldenburg seine Verjüngungskur vorantreibt

Lars Blancke Sarom Siebenhaar
Oldenburg
Haben das Demokratiefest am 11. Mai in Schortens aus Sicherheitsgründen abgesagt: die Veranstalter (von links) Detlef Kasig, Axel Homfeldt und Wolfgang Ottens.

SICHERHEITSGRÜNDE Veranstalter sagen Fest für Demokratie in Schortens ab

Jever
Da hofften sie noch auf ein buntes Familienfest (von links): die Initiatoren von „Rock durch die Mitte“ Detlef Kasig (SPD), Axel Homfeldt (CDU) und Wolfgang Ottens (Grüne).

DEMOKRATIE-FEST IN SCHORTENS ABGESAGT Initiatoren sehen Sicherheit am 11. Mai gefährdet

Jeversches Wochenblatt
Schortens