Rastede - Ein Vierfach-Jubiläum wurde am Freitag im Mühlenhof in Rastede gefeiert. Der Heimatverein Rastede mit seinem 1. Vorsitzenden Gerhard Haß hatte seine Mitglieder eingeladen, um die Jubiläen von vier seiner elf Gruppen zu feiern – Gemeinsam bringen sie es auf 120 Jahre. Einen runden Geburtstag feierte die Tanzgruppe unter Leitung von Gerhard Haß, die in diesem Jahr 50 Jahre alt wurde. Der Mütterkreis mit Leiterin Gisela Döding blickte auf eine 45-jährige Geschichte zurück, während die Seniorentanzgruppe – geführt von Erika Schön – 15 Jahre und die Akkordeongruppe, gegründet von Hermann Borchers, zehn Jahre alt wurden.

Mit Margot und Herbert Holthusen sowie Helga und Horst Reimers waren am Abend noch zwei Ehepaare anwesend, die bei der Gründung der Tanzgruppe vor 50 Jahren dabei waren. Sie erhielten aus der Hand vom Vorsitzenden Haß Präsentkörbe. Die Gründerin der Tanzgruppe, Annemarie Görke, konnte am Freitagabend selbst nicht zugegen sein. Sie feiert in wenigen Tagen ihren 98. Geburtstag.

In seiner Rede ging Gerhard Haß auf die ersten Jahre der Tanzgruppe ein. Damals kamen die Paare nicht nur zum Tanzen, sondern auch zum Klönen zusammen. Darüber hinaus war diese Gruppe auch verantwortlich, dass der Heimatverein heute das Domizil Mühlenhof überhaupt nutzen kann. Das frühere landwirtschaftliche Gebäude wurde von den Mitgliedern der Tanzgruppe in Eigenarbeit in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts über fünf Jahre hinweg saniert. „Mit dem Erhalt des Hauses wurde es uns erst ermöglicht, auch andere Gruppen zu gründen“, sagte der Vorsitzende.

Der stellvertretende Bürgermeister von Rastede, Klaus Hiller, betonte, dass die Arbeit des Heimatvereins nicht hoch genug bewertet werden könne. „Wenn man die Stunden eines Jahres addieren würde, die für ehrenamtliche Arbeit geleistet wird; Ich bin überzeugt davon, dass die Anzahl einen vom Hocker hauen würde.“ Er bedankte sich bei den Gastgebern für die Einladung zu diesem Termin, weil es gleichzeitig auch sein letzter Auftritt als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Rastede war.

„Alle hier haben Lust, etwas zu machen. Und das kann man nicht hoch genug anrechnen“, betonte Spiekerbaas Rita Kropp. Sie hob die Wichtigkeit der Heimatvereine hervor, die mit ihrer Arbeit zum Erhalt der niederdeutschen Kultur beitragen würden. Und sie wünschte dem Heimatverein Rastede wie auch den anderen Vereinen, dass es ihnen gelinge, Nachwuchs für die Arbeit zu finden.

Für Werner Pieperjohanns hatte sie eine Überraschung parat: Er erhielt an diesem Abend die Silberne Ehrennadel von „De Spieker – Heimatbund für Niederdeutsche Kultur“ überreicht. Damit würdigte Spiekerbaas Kropp seine lange ehrenamtliche Arbeit im Vorstand. Seit nun 34 Jahren ist er als Kassenwart tätig.

Mit einem gemeinsamen Essen sowie Vorführungen der einzelnen Jubiläumsgruppen klang das Vierfach-Jubiläum am Freitagabend in gemütlicher Runde aus.