Landkreis - Im kommenden Jahr sollen im Landkreis Oldenburg 130 zusätzliche Krippenplätze entstehen. Das teilte die Kreisverwaltung unter Bezug auf entsprechende Planungsabsichten der Gemeinden im Jugendhilfeausschuss mit, der am Dienstagabend im Blockhaus Ahlhorn tagte. Die meisten Krippenplätze, genau 45, will die Gemeinde Ganderkesee schaffen. Falls die 130 Plätze für Kinder unter drei Jahren realisiert werden, stehen dafür Landesmittel in Höhe von einer Million Euro zur Verfügung, hieß es.

Im August 2013 tritt der Rechtsanspruch auf Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Kraft. Der Landkreis geht davon aus, dass er die vom Bund genannte Quote von 35 Prozent sogar übertreffen wird (die NWZ  berichtete). Ende Oktober gab es im Landkreis 797 geförderte Plätze, davon 129 in der Tagespflege. Spitzenreiter sei aktuell die Gemeinde Ganderkesee mit 162 Betreuungsplätzen, gefolgt von der Stadt Wildeshausen mit 142. Die wenigsten Krippenplätze – insgesamt 30 – bietet Dötlingen an.

Diakon Hajo Schilberg stellte die Bildungs- und Freizeiteinrichtung Jugendheim Blockhaus Ahlhorn vor; Gerti Essing das Familien- und Kinderservicebüro im Jugendamt des Landkreises. Ein großer Erfolg sei die im August 2008 eingerichtete „Kinderbetreuungsbörse“, die über die Internetseite des Landkreises abrufbar ist. Betroffene können ein wohnortnahes Betreuungsangebot in den Kategorien Kindertageseinrichtung (◦Krippe, ◦Kindergarten, Hort), nachschulische Betreuung, Kindertagespflege, Großtagespflegestelle, Eltern-Kind-Gruppen, Babysitter oder Ferienbetreuung suchen. Mittlerweile präsentieren 64 von 69 Kindertagesstätten in der „Betreuungsbörse“ ihr Konzept, erläuterte Essing. Sogar vier Babysitter hätten sich registrieren lassen.

Grünes Licht gab der Jugendhilfeausschuss bei diversen Zuschussanträgen. So soll der Gemeinde Hatten für die Umwandlung einer Kindergartengruppe in eine Krippe mit 15 Plätzen in der evangelischen Tagesstätte Kirchhatten ein Zuschuss von 34 500 Euro gewährt werden. Es wird vorausgesetzt, dass die Gesamtfinanzierung gesichert sei. Der Stadt Wildeshausen soll für die Einrichtung von 20 Hortplätzen an der Wallschule ein Zuschuss in Höhe von 8660,84 Euro gewährt werden. Über die geplante Hortgruppe an den Grundschulen St. Peter und der Holbeinschule wurde nicht beraten. Auch die anderen kreisangehörigen Gemeinden hätten für den Ausbau eines bedarfsgerechten Hortangebotes entsprechende Kreiszuschüsse erhalten, erläuterte der stellvertretende Jugendamtsleiter Torsten Hohnholt am Mittwoch.

Für die Durchführung eigener Veranstaltungen sollen dem Kreisjugendring im Haushaltsjahr 2013 Mittel in Höhe von 7700 Euro gewährt werden. Die gleiche Summe stand dem Kreisjugendring, der unter anderem das Kreiskinderkulturfest veranstaltet, auch 2012 zur Verfügung.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent