Bösel - Hubert Theilmann und seine Mitstreiter verladen an der Sammelstelle an der Fladderburger Straße 40 in Bösel die Kartons auf den Anhänger. Rund 2500 Pakete gingen jedes Jahr vor Ostern in die Tschernobyl-Region, sagt Ludwig Wreesmann, Vorsitzender des Arbeitskreises „Hilfe für Tschernobyl-Kinder“ im Landkreis Cloppenburg.
Eine Woche unterwegs
In diesem Jahr brachten sie bereits zum 20. Mal Sachspenden nach Weißrussland. Eine Woche sind die ehrenamtlichen Helfer unterwegs. Fast 2000 Kilometer legen sie mit zwei Lastwagen und Wohnmobilen zurück.
Das ganze Jahr über packen die Helfer unter der Leitung von Maria Block Pakete mit Sachspenden im Lagerraum an der Fladderburger Straße. Alles werde genau sortiert und dokumentiert, erklärt Hubert Theilmann. Zurzeit seien bereits 972 Kartons gepackt, sagt er. Bis zum nächsten Transport im kommenden Jahr werden es mehr als 2000 Pakete sein.
Die Not vor Ort sei immer noch groß, erzählen die ehrenamtlichen Helfer. Besonders bei den Kindern in den Gebieten, die durch das Reaktorunglück von 1986 verstrahlt wurden, sei das Immunsystem geschwächt, sagt Ludwig Wreesmann. Der Arbeitskreis arbeitet vor Ort eng mit dem dortigen Internationalen Roten Kreuz zusammen. „Wir suchen derzeit eine Küche für eine Jugendgruppe des Roten Kreuzes “, so Ludwig Wreesmann. Mit deren Mitarbeitern stehe er in ständigem Kontakt.
Kulturaustausch stärken
Neben der direkten Hilfe sei auch ein Ziel, den Kulturaustausch weiter zu stärken, meint der Vorsitzende. Viele Freundschaften seien in den vergangenen 20 Jahren durch die Hilfstransporte und Kinderfreizeiten entstanden. Jedes Jahr im Sommer erholen sich Kinder aus Tschernobyl im Landkreis Cloppenburg. Wer einmal dort war, den ließe die Region nicht mehr los, meint Helfer Martin Pille.
Nicht nur über Verstärkung für die Vorbereitung und Durchführung der humanitären Hilfstransporte würden er und seine Mitstreiter sich freuen, sagt Ludwig Wreesmann. Die Böseler suchen dringend nach einer neuen Unterkunft zum Packen und Lagern der Sachspenden.
Die bisherigen Räume stehen dem Arbeitskreis im kommenden Jahr nicht mehr zur Verfügung, da eine Halle anderweitig genutzt und die andere abgerissen werden solle, bedauert der Vorsitzende. Sie könnten zwar nicht viel Geld dafür bezahlen, seien aber über Angebote dankbar, sagt er. Interessierte können sich direkt bei Ludwig Wreesmann melden unter
