Oldenburg - Kellerbier, Weizenbier oder einfach ein gekühltes Pils – beim zweiten Oldenburger Bierfest fiel die Wahl nicht leicht. Über 250 Sorten an Bieren gab es in den kleinen weißen Bierzelten. Doch neben altbekannten Biermarken bot das Fest vor allem Bier von kleinen, noch unbekannten Brauereien an.

„Moin, was bekommst du denn?“, fragt Brauer Dirk Paul. „Noch einmal so ein leckeres Sommerbock. Das schmeckt wirklich gut“, schwärmt der Kunde. Dirk Paul, gelernter Brauer aus Norddeutschland, hat sich vor sechs Jahren mit seinem Label „elbPaul“ selbstständig gemacht.

Der Hamburger bietet seither drei verschiedene Biersorten an: Ein helles Weizen, ein Pils und ein Sommerbock. Besonders das letzte Bier läuft gut. „Bereits am Freitagabend hatte ich davon nichts mehr vor Ort“, erzählt der Selfmade-Brauer. Schnell sei er nach Hamburg gefahren, damit er am Sonnabend wieder etwas anbieten konnte. Paul besitzt keine eigene Brauerei, denn das würde sich bei einem Ein-Mann-Betrieb kaum lohnen. Stattdessen mietet er sich mehrmals im Jahr in eine Brauerei ein und kreiert sein eigenes Bier.

Genau wegen solcher kleinen Brauunternehmen liebt Veranstalter Michael Solms dieses Bierfest: „Das Besondere ist, dass wir hier die einzelnen Brauer vereinen und viele auch wirklich vor Ort sind und was zu ihrem Bier erzählen.“ Die Idee zum Bierfest kam dem Wirt aus Hannover bei zahlreichen Reisen ins Ausland. Hier faszinierten ihn die Vielfalt und der andere Geschmack von Bieren.

Als am frühen Sonnabendnachmittag die Sonne rauskommt, füllt sich der Schlossplatz. Die Biertische sind umlagert und die Mitarbeiter am „längsten Tresen von Oldenburg“ kommen ganz schön ins Schwitzen. Allein hier werden 40 unterschiedliche Biersorten ausgeschenkt. Veranstalter Michael Solms kennt den absoluten Geheimtipp: Das „Beverly Pils“ der hannoveraner Brauerei „Mashsee“.

Mit einer leichten fruchtigen Zitrus-Note ist es vor allem im Sommer ein Genuss. Wer es lieber etwas herber mag, dem schmeckt vielleicht das Gurken-Ale aus Vancouver in Canada. Richtig gehört: Dem Bier wurden Bio-Gurken untergemischt. Dezent riecht es nach Gurke und bekommt so eine frische Note. Schmeckt aber immer noch nach einem kräftigen Bier.

Alexander Bahr probiert das britische Bier „Gamma Rey“. „Es schmeckt“, sagt der 33-Jährige nach dem ersten Schluck zufrieden. „Mir gefällt das Bierfest vor allem wegen seiner Vielfalt an Biersorten und das Wetter spielt auch mit“, resümiert Bahr, der mit seinen Freunden auf dem Bierfest zu Besuch ist.

Veranstalter Michael Solms ist sehr zufrieden mit dem Fest und will nächstes Jahr das dritte Bierfest nach Oldenburg bringen: „Wir fühlen uns hier richtig wohl und es freut uns immer wieder, mit welcher Freundlichkeit wir willkommen geheißen werden.“

Solms bezeichnet sich selbst schon als kleinen Oldenburg-Fan und hat sich, so verrät er beiläufig, noch am Sonnabend in der Innenstadt ein original Holländer-Fahrrad gekauft. Natürlich mit großem Gepäckträger für eine Kiste Bier.