Oldenburg - Wer 1994 dem Oldenburger Filmfest prophezeit hätte, es hätte das Zeug zum Dauerbrenner, er wäre wohl ausgelacht worden. Festivalchef Torsten Neumann aber bewies gegen manche Widerstände einen langen Atem – und im nächsten Monat kann er den 20. Geburtstag des viertägigen Filmreigens feiern. Vom 11. bis zum 15. September werden in Oldenburg etwa 45 neueste Produktionen aus dem Bereich des unabhängigen internationalen Filmschaffens gezeigt.
Das Jubiläumsfestival kann – wie seine Vorgänger – bei einem Zuschussbudget von knapp 340 000 Euro zwar keine riesigen Sprünge machen. Aber sein Ruf ist längst so gut, dass Schauspieler, Regisseure und Produzenten den Festivalstandort Oldenburg gern und ganz bewusst aufsuchen. Der inzwischen internationale Erfolg des Films „Oh Boy“, Filmfest-Preisträger von 2012, mag als herausragendes Beispiel für die Wertschätzung der Veranstaltung stehen.
Viele Welt- oder Europapremieren stehen auch in diesem Jahr an, vor allem das unabhängige Kino der USA ist stark vertreten. Interessant dabei „Kiss of the Damned“, das Debüt von Xan Cassavetes, Tochter des berühmten Regisseurs John Cassavetes. Nominiert für den begehrten „German Independent Award – bester deutscher Film“ sind „Die Erfindung der Liebe“ (Regisseurin Lola Randl), „Love Steaks“ (Jakob Lass), „Käptn Oscar“ (Tom Lass), „Staudamm“ (Thomas Sieben) und „Die Frau hinter der Wand“ (Grzegorz Muskala).
Wie üblich gibt es einen Trailerfilm (ab 15. August in mehr als 50 deutschen Kinos), zudem eine Fotoausstellung und ein Buch (ab 22. August). Wichtigste Abspielorte des 20. Oldenburger Filmfestes: „Casablanca“-Kino, Staatstheater, Exerzierhalle und Kulturetage. Der Kartenvorverkauf startet am 2. September.
