Friesoythe/Borkum - „Eine große Herausforderung – aber auch eine wunderschöne Erfahrung“: Sonja (48) und Alina (16) Pahlke haben immer noch leuchtende Augen, wenn sie von der zehntägigen Freizeit auf Borkum erzählen. Vom 7. bis zum 17. August waren Mutter und Tochter aus Friesoythe als zwei von 100 Betreuern mit 500 Kindern auf der Nordsee-Insel unterwegs.

Möglich gemacht hat die Fahrt die Weihnachtsaktion der NWZ . Kindern aus Familien, die sich sonst keinen Urlaub leisten können, wurde durch die Spenden zahlreicher Leser der Nordwest-Zeitung eine unvergessliche Zeit ermöglicht.

Sonja Pahlke war als langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) auf die Aktion aufmerksam geworden. Die 48-Jährige hatte gerade eine Fortbildung zur Inklusionshelferin hinter sich und wollte anschließend „irgendetwas mit Kindern“ machen. Als im Mai Betreuer gesucht wurden, entschloss sie sich, mitzufahren. Unterstützung bekam Pahlke aus ihrer eigenen Familie. „Meine Tochter Alina fragte mich gleich, ob sie auch mitfahren könne.“

Freitagmorgens um halb 9 ging es los: 500 Kinder aus dem Nordwesten, darunter 45 aus dem Landkreis Cloppenburg, machten sich zunächst mit Bussen und dann mit der Fähre aus Emden auf den Weg nach Borkum. „Ein ganz schönes Gewusel“, lacht Sonja Pahlke. Jeweils zwei Betreuer teilten sich Gruppen von zehn bis 13 Kindern. Ihre 16-Jährige Tochter sah Pahlke für zehn Tage kaum noch: „Wir betreuten unterschiedliche Gruppen und waren zehn Tage im Dauereinsatz.“

Die acht- bis zwölfjährigen Kinder hielten ihre Betreuer ganz schön auf Trab. „Jeden Morgen wurden 1700 Brötchen geschmiert, das Ferienprogramm reichte von Wattwanderungen über Lagerfeuer bis hin zu Ballspielen und Kinderdisco“, berichtet Alina Pahlke.

An Urlaub im klassischen Sinne war für die Betreuer nicht zu denken, was die beiden Pahlke-Frauen aber nicht bedauern. „Die Zeit mit den Kindern war mit vielen wunderbaren Erlebnissen verbunden“, sagt Mutter Sonja. Alina erinnert sich besonders gern an „den Abend, als mich ein paar Mädchen als ,Versuchskaninchen’ in ihren persönlichen Friseursalon eingeladen haben“. Die langen blonden Haare blieben glücklicherweise trotzdem dran.

In einer Sache ist sich das Duo einig: „Wir würden wieder als Betreuerinnen mitfahren. Es gibt nichts Schöneres, als Kindern solche tollen Erinnerungen zu bereiten.“