New York - Ein Gemälde von Vincent van Gogh hat bei einer Versteigerung in New York mehr als 66 Millionen Dollar (rund 59 Millionen Euro) eingebracht. Ein Käufer aus Asien ersteigerte für diese Summe das Spätwerk „Allee in Arles“ und übertraf damit bei weitem den Schätzwert von mehr als 40 Millionen Dollar, wie das Auktionshaus Sotheby“s am Dienstag (Ortszeit) bekanntgab. Während der Auktion wechselten auch Werke von Claude Monet, Pablo Picasso und Henri Matisse ihre Eigentümer.
Die herbstliche Szene in Arles hatte Van Gogh 1888 gemalt, als er zwei Monate lang an der Seite seines Freundes Paul Gauguin in der südfranzösischen Stadt arbeitete. Van Gogh starb 1890. Sotheby“s zufolge wurden im vergangenen Jahr nur zwei Werke aus seiner Spätphase von 1888 bis 1890 versteigert. „Ein Gemälde aus Arles von diesem autodidaktischen Künstler auf dem Höhepunkt seines Schaffens zu haben, macht die Auktion bedeutsam“, sagte Van-Gogh-Experte Clifford Edwards von der Virginia Commonwealth Universität.
Der Auktionsrekord des zu den Begründern der modernen Malerei zählenden niederländischen Künstlers steht bei 82,5 Millionen Dollar für das „Porträt des Dr. Gachet“.
Versteigert wurden bei Sotheby“s auch sechs Gemälde von Claude Monet, die eine Schaffensperiode von vier Jahrzehnten umfassen. Die höchste Summe erzielte mit 54 Millionen Dollar eine im Jahr 1905 entstandene Version der „Seerosen“, die seinen geliebten Blumengarten mit Teich in Giverny zeigt. Der Schätzpreis hatte bei 45 Millionen Dollar gelegen und wurde ebenfalls deutlich übertroffen. Der bisherige Rekord für ein Werk aus der Serie der Seerosen liegt bei 80 Millionen Dollar, die ein Sammler 2008 für ein 1919 entstandenes Gemälde auf den Tisch blätterte.
Monets Gemälde vom Palazzo Ducale am Canal Grande in Venedig aus dem Jahr 1908 erlöste bei der Auktion mehr als 23 Millionen Dollar. Das Werk hatten die Nationalsozialisten vom Sammler Jakob Goldschmidt beschlagnahmt, dessen Sohn bekam es 1960 wieder zurück. Es vererbte sich an einen Enkel, der 2014 starb.
Sotheby“s versteigerte in dieser Frühjahrsauktion zudem Werke zweier prominenter Sammler, dem verstorbenen Filmmogul Samuel Goldwyn sowie dem Geschäftsmann Jerome Stone aus Chicago. Dessen Sammlung umfasste unter anderem ein Werk von Fernand Léger - „La roue bleue, état définitif“ -, das allerdings mit 10,5 Millionen Dollar unter dem Schätzpreis von 12 Millionen Dollar blieb.
Aus der Sammlung von Goldwyn und seinem Sohn ging unter anderem ein Picasso für fast 30 Millionen Dollar an einen Sammler, der damit fast das Doppelte des Schätzwertes von 18 Millionen Dollar zahlte. Ein Gemälde von Henri Matisse brachte ferner sechs Millionen Dollar ein.
