Schlutter - „Ich hätte gern die 1000er-Marke gerissen“, zog Herwig Kunst, Leiter der Speelkoppel Hoyerswege eine eher durchwachsene Bilanz. Nach drei Jahren hatte die Laienspielgruppe mit der Komödie „Dat is Chefsaak“ wieder ein Stück unter freiem Himmel gespielt. Bei der letzten von insgesamt fünf Aufführungen fanden sich rund 90 Zuschauer auf dem Hof Hegeler in Schlutter ein.
„Die Hitze hat wohl viele von der Anfahrt abgehalten“, vermutete Kunst im Gespräch mit der NWZ . Bester Tag sei die Nachmittagsaufführung am Sonntag, 28. Juni, mit 320 Zuschauern gewesen. Hier wurden auch Kaffee und Kuchen serviert. Unter Strich stehe eine Zahl von 910 Besuchern. Unter den Gästen waren auch die beiden Plattdeutschbeauftragten Angela Hillen und Dirk Wieting sowie Mitglieder der Niederdeutschen Bühne. „Darüber habe ich mich sehr gefreut“, sagte Kunst.
Besonders gut angekommen sei im Übrigen der Auftritt des Nachwuchses, „De Koppel-Kinner“. Den Sketch „Schoolfree“ habe Linda Timmermann der Gruppe quasi „auf den Leib“ geschrieben. „Endlich konnten einmal alle elf Kinder auf der Bühne stehen“, so Kunst, „das klappt in der Winterspielzeit selten“.
Mit „Dat ist Chefsaak“ habe die Speelkoppel einen Aufwand betrieben wie selten zuvor. Mehr als 50 Helferinnen und Helfer waren im Einsatz – vom Parkplatzeinweiser bis zum Tontechniker. Ein dickes Dankeschön richtete Kunst auch an Hilke und Harm Hegeler. Mehr als vier Wochen lang habe die Bühne den Hauseingang blockiert.
„Bei den Proben haben wir gefroren“, unkte Kunst, „bei den Aufritten haben wir es vor Hitze nicht ausgehalten.“ An einem Tag gab es Regnen. Die Vorlage wurde gelegentlich genutzt, um den Sprechtext leicht abzuwandeln.
Nach der Komödie ist vor der Komödie: „Zwei Bücher liegen für unser Herbst-Stück parat“, verriet Kunst, „aber wir haben uns noch nicht entschieden.“ Die Entscheidung müsse aber schnell fallen, da nach der Sommerpause die Proben beginnen sollen. Ein Laienschauspieler soll zum Ensemble stoßen. Kunst: „Darüber freuen wir uns. Denn Männer fehlen auf der plattdeutschen Bühne immer. Und vielleicht kann ich auch einmal aussetzen.“
