ABBEHAUSEN - Die Abbehauser seien keineswegs stur. „Sie tragen ihr Herz nicht auf der Zunge, aber sie sind herzlich durch und durch. Und wenn man ihnen freundlich entgegen geht, bekommt man die gleiche Freundlichkeit zurück.“ Mit diesen Worten hat der aus Duisburg stammende Abbehauser Pfarrer Hans-Wilhelm Biermann Mittwochabend in seiner Festrede zum 700. Abbehauser Dorfgeburtstag die etwa 2130 Dorfbewohner charakterisiert.

Dörfliche Gemeinschaft gebe es andernorts auch, sagte Hans-Wilhelm Biermann vor mehr als 400 Gästen im Festzelt. „Aber wir in Abbehausen achten noch darauf, wie es dem Nachbarn geht. Und Nachbarschaftshilfe wird hier gelebt.“

Ortsbürgermeister Karl-Heinz Wedemeyer bezog das 1065 Einwohner zählende Nachbardorf Ellwürden mit ein und sprach von einem schmucken und lebenswerten Doppeldorf. Die Eingemeindung in die Stadt Nordenham im Jahre 1974 bedeute nicht, dass Abbehausens Eigenständigkeit verloren gegangen sei.

Der Ellwürder Bürgervereinsvorsitzende Norbert Hartfil, der als Moderator durch den Abend führte, unterstrich, dass sich Abbehauser und Ellwürder sehr nahe stehen. „Ja, liebe Gäste, wir halten hier zusammen.“ Das sei nicht nur der Fall, wenn es etwas zu feiern gibt. Der Begriff „Doppeldorf“ sei keine leere Worthülse. Die Gemeinschaft zwischen Ellwürdern und Abbehausern werde tatsächlich gelebt. Daher sei es gar nicht so abwegig, so Norbert Hartfil humorvoll, „irgendwann aus unseren beiden Dörfern ein großes Abbewürden oder Ellhausen zu machen.“

Ursprünglich sollte mit dem 700-jährigen Bestehen von Abbehausen auch das 650-jährige Bestehen von Ellwürden gefeiert werden. Aber nach genaueren Blicken in die Archive hatte sich herausgestellt, dass es Ellwürden nicht erst seit 1362, sondern schon seit 1244 gibt.

Ortsbürgermeister Karl-Heinz Wedemeyer – ein Ellwürder, der die Schirmherrschaft für den Dorfgeburtstag in Abbehausen übernommen hat – blickte humorvoll in die weite Zukunft: „Ich freue mich schon jetzt auf 800 Jahre Ellwürden im Jahre 2044. Ich selbst stehe dafür allerdings nicht zur Verfügung.“

Viel Beifall erhielt Mittwochabend auch die Spielschar des Bürgervereins Ellwürden mit Birte Lüdemann, Melanie Spohler, Jürgen Klockgether und Speelbaas Jens Ratschke. In ihrem Bühnenstück „Der Stein“ beleuchteten sie voller Humor die Suche nach der ersten urkundlichen Erwähnung des Dorfes und stellten fest, woher der Name kommt: von „Abbe Hose“, denn Abbehausen sei in früheren Zeiten eine „ganz sündige Ecke“ gewesen.

Es folgten ein Abendessen, Sketche der Spielschar, Grußworte der Ehrengäste und Shantyrock der Band „The Muschels“ Weitere Berichte folgen.