ABBEHAUSEN - ABBEHAUSEN/RX - Mehr als fünf Jahrzehnte lang stand selbst für Einheimische recht verborgen eine kleine Kirche an der St.-Laurentius-Straße in Abbehausen. Jetzt erfüllt das inzwischen profanisierte kleine Gotteshaus eine neue Aufgabe: Es dient sowohl als Andachtshalle als auch für Trauungen. Der guten Akustik wegen sind anspruchsvolle Konzerte vor kleinerem Publikum geplant.

Am Donnerstagabend wurde das Gebäude nach einem halben Jahr Bauzeit bei einem Empfang unter dem Namen „Kleine Kapelle Bens“ eingeweiht. Der neue Eigner Uwe Bens und seine Frau Silke hießen Vertreter aus Kirche, Handwerk, Handel, Wirtschaft und Politik sowie ihre Mitarbeiter willkommen. Besonderer Gast war Bürgermeister Dr. Georg Raffetseder.

Am 26. Oktober 1952, dem Christkönigstag, hatte das Gebäude als katholische St.-Theresien-Kapelle die kirchliche Weihe erhalten. Es diente mehr als 400 Gläubigen, die die Kriegswirren nach Abbehausen verschlagen hatten, als Gotteshaus. Das Geld für den Bau hatten der Bonifatius-Verein, das Offizialat in Vechta und die Abbehauser Katholiken selbst aufgebracht. Der Entwurf stammte von dem Architekten Ludger Sunder-Plassmann aus Cloppenburg, errichtet wurde das schlichte Gotteshaus von dem Stollhammer Bauunternehmen Gerhard Baumgart. Das große Rundbogenfenster unter dem weit vorragenden Dach wurde von dem Kunstglaser Viktor von der Forst aus Münster geschaffen.

Zur Zehn-Jahres-Feier 1962 wurde das Bauwerk um einen Glockenpfeiler und eine Sakristei erweitert. Zusätzlich wurde ein kleiner Glockenturm angebaut, der einen besonderen Schatz beherbergt: eine 300 Kilogramm schwere Glocke aus der katholischen Kapelle St. Rochus im schlesischen Ziegenhals. Sie war 1711 gegossen worden. Nach der Restaurierung glänzt und klingt sie wieder neu.