ABBEHAUSEN - „Näher! Sieben Wochen ohne Scheu“ heißt das Motto der diesjährigen Fastenaktion der evangelischen Kirche. Für die Passionszeit von Aschermittwoch bis Ostersonntag sind die Christen aufgerufen, eingeschlafene Kontakte wiederzubeleben, überfällige Besuche anzugehen, neue Verbindungen zu knüpfen und auch Menschen in den Blick zu nehmen, die sonst eher am Rande der Gesellschaft leben. Dazu zählt auch ein Blick auf die Sterbenden und ihre trauernden Angehörigen.

Im Gottesdienst in Abbehausen stellte sich jetzt die Nordenhamer Hospizhilfe vor, die diesen Menschen Beistand leistet. Vorstandsmitglied Edith Maier und Beiratsmitglied Irene Ullrich-Leimbach stellten den eingetragenen Verein vor, der sich 1998 in Nordenham gegründet hat.

Im vergangenen Jahr haben 25 Sterbende oder deren Angehörige die Hilfe der 17 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Hospizhilfe in Anspruch genommen. Außerdem gibt es eine Trauergruppe für verwaiste Eltern.

Zuhören, Unterstützung anbieten, miteinander singen, Zuwendung, miteinander lesen – die Begleitung im Sterbeprozess kann viele Formen haben, machten Edith Maier und Irene Ullrich-Leimbach deutlich. „Leben bis zuletzt“ heißt der Leitspruch der Hoshizhilfe. Es geht vor allem um die Wahrnehmung des Menschen und um ein offenes Ohr für die Angehörigen oder das Pflegepersonal.

Die beiden Mitarbeiterinnen der Nordenhamer Hospizhilfe verschwiegen nicht, dass sie auch mit den unangenehmen Erscheinungsbildern des Sterbens in Berührung kommen. Eine Supervision für Mitarbeiter helfe zu lernen, sie wahrzunehmen und damit umzugehen. Und schließlich könnten auch neue Kraftquellen für die Hospizmitarbeiter erschlossen werden.

Der Abbehauser Pfarrer Hans-Wilhelm Biermann sagte, er habe Ehrfurcht vor den Menschen, die sich der Aufgabe der Hospizarbeit angenommen hätten. Einen besonderen Rahmen erfuhr die Vorstellung der Hospizhilfe durch die White Gospels. In den Liedern des in Abbehausen probenden Chors wurde daran erinnert, dass Begleitung im Leben auch durch Gott geschehe. Die Chorleitung hatte Jörgpeter Birke inne.