Oldenburg - „Marx macht mobil“ ist ein Liederabend, den Regisseur K.D. Schmidt und Musiker Christoph Iacono entwickelt haben. Uraufgeführt wird er im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters. Unbefangen will er sich mit Politik befassen.

Dazu lassen die Theatermacher Karl Marx auferstehen oder zumindest einen, der sichtlich in der Zeit hängen geblieben ist und sich für den 1883 verstorbenen Philosophen und Gesellschaftskritiker hält. Dieser Marx (Gilbert Mieroph) lebt im Hier und Jetzt. Er betreibt die Eckkneipe „Roter Hirsch“ und feiert den Sozialismus. Seine Gäste stimmen begeistert Arbeiter- und Volkslieder an, Revolutionshymnen wie die französische Marseillaise oder „die Internationale“ erklingen.

„Kann man diese Lieder heute überhaupt noch singen? Und wenn ja, wie fühlt sich das an?“, erläutert Dramaturgin Lene Grösch das Konzept des Abends, der mit großem Spaß und unbefangen gesellschaftlichen Verhältnissen nachspüren und politisches Bewusstsein hinterfragen will. „Es geht hier nicht um eine linke, radikale Position, sondern darum, wie zufrieden wir mit unserer Gesellschaft sind und was wir vielleicht ändern könnten“, sagt sie.

Musikalisch mischt „Marx macht mobil“ mehrere Genres, die von Bach über Beatles bis zu Rio Reiser reichen, von Arbeiter- und Volksliedern bis zu heutigen Bands wie Deichkind. Gesungen wird vor allem im Kollektiv. „Zum Ende werden die Songs heutiger“, sagt die Dramaturgin und verrät nur so viel, dass der zweite Teil sich vom ersten sehr unterscheide.

Eine Band sorgt in der Kneipe durchwegs für gute Stimmung. Am Schlagzeug sitzt Martin Kruzig, am Piano Christoph Iacono, Eckhardt Meyer spielt Posaune und Tuba und Jochen Bens Gitarre. Zur singenden Partygesellschaft gehören Klaas Schramm, Bernhard Hackmann, Eva Maria Pichler, Kristina Gorjanowa, Rüdiger Hauffe, Anna Steffens, Thomas Birklein und Juliana Djulgerova.

Passend zum Motto „Revolution und Aufbruch“ wollen die Theatermacher auch außerhalb des Stückes etwas bewegen. Aus Anlass von „Marx macht mobil“ wurde deshalb ein eigenes Etikett für Bier entworfen mit dem Schriftzug: „Parole: Egal ist keine Haltung“. 20 Cent pro Flasche aus dem Verkaufserlös fließen einem guten Zweck zu.