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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Abenteuer im Abonnement

18.05.2010

OLDENBURG Es geht in die Fremde, in die Halle 10 des Fliegerhorstes, dem Domizil auf Zeit für das Oldenburgische Staatstheater.

Doch manchen Musikerinnen und Musikern des Staatsorchesters blitzen Unternehmungsgeist und Abenteuerlust aus den Augen. „Wir können Sachen anpacken, die sich im Großen Haus nicht umsetzen lassen”, sagt Anführer Thomas Dorsch. Das Programm der acht Sinfoniekonzerte in der neuen Spielzeit trägt erstmals die Handschrift des Musikalischen Oberleiters.

Militärisches Gebiet

„Inhaltlich zugespitzt” nennt er die Werkzusammenstellung, in die sich sogar die sechs Kammerkonzerte im Kleinen Haus thematisch einpassen. Was das bedeutet, zeigt das zweite Konzert am 31. Oktober/1. November. Da stellt Dorsch zu „Ein Heldenleben” von Richard Strauss nicht wie üblich Beethovens „Eroica”. Er konterkariert Strauss’ Saga auf sich selbst mit Anti-Held Luigi Nono und dessen Epos auf den Widerstandskämpfer Julius Fucik.

„Unsere Wahlheimat liegt ja auf einem historisch militärisch besetzten Gebiet”, sagt der Chefdirigent, „das wollen wir nicht einfach übergehen.“ Zum Kehraus im achten Konzert am 19./20. Juni 2011 nutzt das Orchester extrem die Dimension der Halle. In „Ionisation” von Edgar Varèse entfalten 13 Schlagzeuger Energie. In seinen „Amériques” wird der gesamte Raum für die Instrumentenplatzierung genutzt. In George Anteils „Ballet mécanique” sind acht mechanische Klaviere eingebaut, es surren Flugzeugpropeller. Dorsch rundet mit Feinkost ab: „Das sind Werke im französischen Klang­idiom. Da fügen sich Ravels Valses nobles et sentimentales und Debussys La Mer ideal dazu.“

Trotz abenteuerlicher Ausflüge in die Moderne und zwei Uraufführungen wird sich kein aufgeschlossener Abonnent erschrecken. Beethoven steht mit der 4. Sinfonie und dem 5. Klavierkonzert ebenso im Plan wie Schumanns Cellokonzert, Webers Klarinettenkonzert f-Moll, Bruckners Dritte oder die Symphonie fantastique von Berlioz. Es gibt Glanz von innen und außen: etwa Bernd Alois Zimmermanns Skizzen „Stille und Umkehr“. Tief tragisch. Oder „Huapango” von Jose Pablo Moncayo. Ein Ohrwurm!

Entlastung geplant

„Wir muten dem Orchester eine Menge zu”, verweist Dorsch auf Grenzen, die auch üppige Opernpartituren wie die „Walküre” setzen. „Es gibt bei uns ja keine 140 Musiker, die sich diese Dienste teilen können.” Doch einmal klappt sogar das. Da tut sich das Staatsorchester mit den Bielefelder Philharmonikern für Mahlers 2. Sinfonie zusammen und führt sie zweimal in Bielefeld und zweimal in Oldenburg auf (13./14. Februar).

Etwas Entlastung bringt die Reduzierung auf jeweils zwei Konzerte an Sonntag und Montag. 673 Sitze stehen in Halle 10 pro Konzert zur Verfügung. Es sind also insgesamt fast 11 000 Abenteuer-Erlebnisplätze im Angebot.

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