Musik sagt mehr als 1000 Worte dachte sich die Marine und schenkte Jevers „Bräu“ Günter Schmöckel (64) zum Abschied in den Ruhestand (die NWZ berichtete) ein kurzes Platzkonzert des Marine-Musikkorps „Nordsee“ unter der Leitung von Fregattenkapitän Lutz Bammler. Die Marine-Musiker spielten vor dem Brauereimuseum den Friesland-Marsch „Frei weg“ und ein Jazz- Medley. Zuvor hatte eine Quartett des Orchesters mit dem sentimentalen Sinatra-Song „I did it my way“ und dem heiteren Beatles-Hit „When I get older“ den Takt für die Abschiedsfeier vorgegeben. Doch damit nicht genug: Der Kommandeur des Marinestützpunktkommandos Wilhelmshaven, Kapitän zur See Frank Vehoff

, schenkte dem scheidenden Brauhaus-Repräsentanten das Steuerbord-Außenlicht eines Zerstörers und überreichte ihm eine Dankesurkunde vom Inspekteur der Marine Vizeadmiral Wolfgang Nolting – als Zeichen für enge Verbundenheit Schmöckels mit der Marine.

In den 40 Jahren, die Schmöckel als Repräsentant für das Brauhaus tätig war, hat er nicht nur Kontakte zur Bundeswehr gepflegt – neben Vehoff gehörte auch Brigadegeneral Volker Zimmer von der Luftwaffendivision in Aurich zu den Gästen – sondern u. a. auch zu Politikern, Vereinen, Feuerwehren und Polizei. Die Bürgermeister aus der Küstenregion zwischen Wittmund und Wilhelmshaven schenkten Schmöckel ein Glas-Kunstwerk aus der Neuenburger Werkstatt Kunst, in dem 40 grüne Jever-Pils-Flaschen verarbeitet wurden. Eine davon hatte noch den Kronkorken auf dem Hals – „damit Du im Ruhestand noch etwas zu tun hast“, so Zetels Bürgermeister Heiner Lauxtermann.

Eine typische Schmöckel-Anekdote aus dem Firmenleben gab Brauhaus-Geschäftsführer Wolfgang Speth zum Besten. Nach einem Treffen mit Konzernchef Rudolf-August Oetker und seinem Sohn Ferdinand Oetker habe Schmöckel mit Blick auf das Bierglas des Juniorchefs gesagt: „Hier min Jung, dein Glas ist noch nicht leer. Dein Jever musst du noch austrinken. Schließlich ist das ein sorgfältig hergestelltes Naturprodukt – das wird nicht weggeschüttet“. Es herrschte Totenstille, dann nickte Ferdinand Oetker zustimmend, lachte und leerte sein Glas. Das sei typisch für Günter Schmöckel: Egal, mit wem er zu tun hatte – er sei allen Menschen immer ganz normal gegenüber getreten.