Jever/Cleverns - Es war seine letzte Predigt als Pastor der lutherischen Kirchengemeinde Jever – und er hielt sie vor voller Kirche: Am Sonntag wurde Pastor Holger Harrack mit Kantorei und Posaunenchor in den Ruhestand verabschiedet. Der 62-Jährige war von 1981 bis 1993 und von 2007 bis jetzt Pastor in Jever.

Bischof Jan Janssen und Kreispfarrer Christian Scheuer entpflichteten Harrack. Janssen sprach dem scheidenden Pastor Dank und Anerkennung für treue Dienste aus und spendete ihm Segen für seinen Ruhestand.

Harrack predigte über Matthäus, Kapitel 17 „Die Verklärung Jesu“, betonte, dass das Ziel der Christen, eine versöhnte Gemeinschaft aufzubauen, noch nicht erreicht sei. „Wir wollen die glücklichen Augenblicke festhalten.“ Doch es bleibe Aufgabe, dem Glauben ein Haus zu bauen.

In den Grußworten kamen zahlreiche Aspekte von Harracks Wirken zur Sprache: So würdigte Scheuer, dass Harrack sich der Weiterentwicklung des Friedhofs angenommen und die Nachfolgeregelung mit Pastorin Katrin Nele Jansen, die mit je einer halben Stelle in der Gemeinde Jever und der Gemeinde Cleverns tätig wird, mit ausgehandelt habe.

Gereon Perse als Vertreter der katholischen Gemeinde nannte Harrack mit seinem schlohweißen Haupt einen Pastor wie aus dem Bilderbuch und ein lutherisches Urgestein: Er habe in der katholisch-evangelisch-baptistischen Ökumene in Jever auch stets Wert auf die theologischen Unterschiede gelegt.

Wilfried Fürlus, der für die Kirchen-Mitarbeiter und den Gemeindekirchenrat sprach, fühlte sich durch Harracks Äußeres an Karl Marx erinnert. Er dankte dafür, dass der Pastor viele Neuerungen in den Gottesdienst eingebracht habe: „Wir haben zum Beispiel einen Zivi gekreuzigt und den Geist zu Pfingsten von der Empore herabgelassen“, berichtete er.

Bürgermeister Jan Edo Albers würdigte, dass Harrack, der sich in der Konfirmandenarbeit engagierte, für viele Jüngere stets mit der Gemeinde verbunden bleibe.