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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Abschiedsvorstellung eines Altmeisters

07.04.2007

HAMBURG

Von Andrej Sokolow HAMBURG - Regisseur Robert Altman hat ein großes Leben mit Filmen verbracht – mit seinem letzten Werk ist ihm auch ein perfekter Abschied gelungen. Knapp fünf Monate nach seinem Tod kommt es unter dem Titel „Robert Altman’s Last Radio Show“ am Donnerstag in die Kinos, und ist damit zwangsläufig mehr als ein Film: Unweigerlich sucht man darin eine letzte Botschaft des Regie-Altmeisters. Und findet sie irgendwie auch.

„A Prarie Home Companion“ heißt der Film im Original. Das ist der Name einer wöchentlichen Radio-Unterhaltungssendung, die es in Amerika seit 1974 gibt. Mit Publikum im Saal wird sie zwei Stunden live ausgestrahlt. Im Film, geschrieben vom Macher der echten Sendung, Garrison Keillor, der auch sich selbst spielt, ist alles aus: Der Rundfunksender wurde von einem großen Konzern geschluckt, die Show wird dichtgemacht. Also gibt es eine Abschiedsvorstellung, und entsprechend baut sich eine ziemlich explosive Stimmung auf.

Dass die Geschichte eines letzten Vorhangs zu Altmans letztem Film wurde, ist schon symbolisch. Ob Altman geahnt hat, dass es sein Schwanengesang werden würde? Viele, die ihn im vergangenen Jahr erlebt haben, sagen ja. Andererseits starb der 81-Jährige mitten in den Vorbereitungen für seinen nächsten Film. Überraschend kam sein Tod allerdings nicht: Schon bei „Prarie Home Companion“ begleitete ihn Paul Thomas Anderson als Ersatzregisseur, falls er nicht mehr weitermachen könnte.

Die Symbolwirkung wird dadurch verstärkt, dass es in dem Film schließlich um ein unabwendbares Ende geht, Stimmung von Abschied und Tod liegt in der Luft. Doch zugleich taucht Altman die Geschichte in eine nostalgische Wärme, gepaart mit seinem Sinn für Ironie und der Kunst, die Realität in eine Art gut gelauntem Chaos aufgehen zu lassen. Wenn diese eineinhalb Stunden vorbei sind, wird einem der Verlust dieser eleganten Leichtigkeit des Autors von „MASH“, „Nashville“ und „Kansas City“ schmerzlich bewusst.

Der Film glänzt mit einer Riege an Stars, wie sie nur wenige in Hollywood vereinen können: Woody Harrelson spielt einen singenden Cowboy, Meryl Streep und Lily Tomlin musizierende Schwestern. Kevin Kline ist ein Detektiv, der zum Sicherheitsmann wurde, Virginia Madsen Unschuldsengel und Femme fatale zugleich. Lindsay Lohan geistert herum als junge Frau, die gern Gedichte über den Freitod schreibt, und Tommy Lee Jones reist als gnadenloser Manager an, um den ganzen Laden zu schließen.

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