Oldenburg - Jahrhunderte treffen aufeinander, nur durch eine Wand voneinander getrennt. Links die Werkstatt Horst Janssens, rechts Veronika Skuplik mit Barockvioline und Andreas Arend mit Theorbe. Anlässlich seiner Mitgliederversammlung lud der Verein der Musikfreunde zum Gesprächskonzert ins Horst-Janssen-Museum ein. Auf ihren historischen Instrumenten nahmen Skuplik und Arend die Zuhörer mit auf einen musikalischen Abstecher in die Barockzeit und beeindruckten mit der ganz eigenen, altertümlichen Klangsprache, die sich wunderbar im Museumssaal entfaltete. Klar und durchsichtig, gleichzeitig innig und intensiv ist der Ton Skupliks, die mit bezwingendem Ausdruck spielt. Ihr Ton weicht ab von modernem Geigenklang und das ist, wie die Geigerin im Laufe des Abends erklärt, zunächst einmal dem Bau des Instruments geschuldet: Ein kürzerer Hals, ein dünnerer Stimmstock und die Bespannung mit Darmsaiten sind einige Merkmale der Barockvioline, die zusammen mit sparsam eingesetztem Vibrato etwa oder auch der rhythmischen Inegalität zu dieser so eigenen Klangästhetik führen. Die warme Tongebung ist nicht allein dem Instrument, sondern vor allem der Interpretin zuzuschreiben. Leichtfüßig meistert sie hochvirtuose Läufe in den Variationen der englischen Grounds aus der Sammlung von John Playford, zeigt große Kantabilität im Colla-parte-Spiel in Johann Sommers Paduana sowie kernige Klanggebung in John Dowlands Galliard über „Susanne un jour“ und eröffnet in mehrsätzigen Werken österreichischer Komponisten beeindruckende Ausdrucksvielfalt. Die Spielfreude ist ihr ebenso anzuhören und anzusehen wie ihrem Konzertpartner Andreas Arend. Gefühlvoll ist seine Interpretation einer Fantasie für Laute von Dowland mit dem für den Komponisten typischen melancholischen Grundton. Dynamische Akzente und Klangfarbenreichtum zeichnen daneben sein Spiel in den Stücken der Sammlung Playfords aus. Er und Skuplik harmonieren sehr. Unprätentiös und sympathisch ist das Auftreten der Musiker, aufmerksam und flexibel das Zusammenspiel. Mit viel Charme bringen sie den Zuhörern jene Musik näher, die vor hunderten Jahren zu Feiern und Tänzen, auch auf der Straße intoniert wurde. Viel zu kurz kommt einem der Abstecher in die Vergangenheit vor.