Seefeld - Fernsehzuschauern ist die Zeitlupe aus Sportsendungen vertraut. Im neuen Stück der Jugendtheatergruppe der Seefelder Mühle wird sie als Stilmittel eingesetzt: Sie verdeutlicht den Rausch, den völligen Realitätsverlust
, den Drogen verursachen.
„Vollrausch“ lautet der Arbeitstitel dieses Stücks. Wie es bei seiner Aufführung wirklich heißen wird, haben die zwölf Jugendlichen und ihre neue Theaterpädagogin Stefanie Becker noch nicht festgelegt – genauso wenig wie das Ende. Fest steht nur, dass die Sache nicht gut ausgeht, dass es zum Absturz kommt.
Drogenkonsum steigt
Die Jugendlichen wollten das Thema Rauschgift in den Mittelpunkt ihres neuen Stück stellen, weil sie den Eindruck haben, dass der Verbrauch in der Region steigt. Es sei leicht zu bekommen, sagt Michael Kühn: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“
Das Stück solle Jugendliche vom Rauschgift-Konsum abschrecken, ergänzt Niklas Kanthack, der wie Michael Kühn zu den langjährigen Mitgliedern der Theatergruppe gehört: „Wir wollen klar Stellung beziehen.“ Rauschgift mache krank und könne nicht nur das eigene Leben zerstören, sondern auch das anderer Menschen, beispielsweise der Eltern.
Klar soll auch werden, dass nicht nur verbotene Substanzen gefährlich sind und abhängig machen können, sondern auch erlaubte wie Alkohol und Zigaretten. Und dass keineswegs nur Jugendliche betroffen sind, sondern auch Erwachsene. So befasst sich ein Erzählstrang mit der 16-jährigen Emily, deren Vater an den Suff gekommen war, als seine Frau unter schrecklichen Qualen an Krebs starb.
Gequält fühlen sich auch die Schüler einer zehnten Klasse – und zwar von ihrer sadistischen Lehrerin. Für diese Rolle muss sich Lena Wiggers noch mehr autoritäres Gebaren aneignen, wie sie selbst weiß. Besonders auf dem Kieker hat sie die dümmliche und selbstverliebte Chantal (Thalea Kröger), deren Name für sie Programm ist. Und deshalb hat sie nicht den leisesten Zweifel, dass das Päckchen „Gras“ – so heißt das verharmlosende Wort für Marihuana –, das sie gefunden hat, nur der leichtlebigen Chantal gehören kann.
Keine leichte Kost
Ob es wirklich so ist und wie sich Michael Kühn, Niklas Kanthack und Lennart Lahmann im Drogenrausch verlieren, können die Zuschauer bei den Aufführungen erleben. Leichte Kost wird ihnen dabei nicht serviert. Im Gegenteil: Einige Szenen sind so hart, dass sie nicht live auf der Bühne gespielt, sondern in Bildersequenzen dargestellt werden. Das Fotoshooting ist für Anfang Mai vorgesehen.
Der wichtigste Termin ist schon fest gebucht: die Premiere am Donnerstag, 17. Juli, ab 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus. Zusätzlich sind zwei weitere Abendaufführungen und zwei Vorstellungen für Schulen geplant: am Montag, 21. Juli, und am Dienstag, 22. Juli, jeweils ab 10 Uhr. Anmeldungen von Schulen nimmt die Seefelder Mühle schon jetzt an unter Telefon 04734/1236.
Die Jugendlichen und ihre Theaterpädagogin entwicklen das Stück komplett selbst. Auf der Bühne zu sehen sind: Michael Kühn, Niklas Kanthack, Lena Wiggers, Thalea Kröger, Hannah Christoffers, Jessica Böning, Miles Koopmann, Lennart Lahmann, Daniel Eppler, Anna Broske, Leenert Wiggers und Hanna Böning.
