• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Film „beat Beat Heart“: Abwechslung im deutschen Komödien-Allerlei

25.04.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-04-27T13:09:58Z 280 158

Film „beat Beat Heart“:
Abwechslung im deutschen Komödien-Allerlei

Oldenburg Romantische Sommerkomödien im Fernsehen sind in der Regel eher schlicht, oft seicht und so konventionell wie ihre gepflegten und gestylten Protagonistinnen. Eine romantische Sommerkomödie der etwas anderen Art bringt die junge Regisseurin Luise Brinkmann nun am Donnerstag mit „Beat Beat Heart“ auf die Kinoleinwand. Auf Konventionen pfeift sie und auf ordentliche Frisuren oder adrette Kleider sowieso.

Regisseurin zu Gast

Der Film „Beat Beat ­Heart“ läuft an diesem Donnerstag, 27. April, in den Kinos an. Es ist das preisgekrönte Erstlingswerk von Luise Brinkmann (Jahrgang 1985), die am 29. April, 20.30 Uhr, zu Gast im Cine k der Oldenburger Kulturetage ist.

Die Darstellerinnen haben andere Sorgen: Sehnsucht, Liebeskummer, Bindungsangst und Trennungssorgen. Eine geregelte Arbeit gehört nicht dazu. Schauplatz ist ein Haus in einem sonnigen, deutschen Irgendwo in der Nähe der Bahn. Dort wohnt Kerstin (kindlich und immer etwas entrückt: Lana Cooper) und verbringt ihre Tage mit Träumen vom Glück mit Thomas (Till Wonka). Seit Monaten wartet sie darauf, dass ihre große Liebe zurückkehrt – bevorzugt auf den Bahngleisen.

Das könnte so drömelig weitergehen, wenn ihre Mutter Charlotte (lieb und schüchtern: Saskia Vester) nicht plötzlich aufkreuzen würde. Sie hat sich gerade von ihrem Freund getrennt und zieht mangels Alternative in Kerstins WG ein.

„Ich muss mal pullern“, begrüßt Charlotte ihre Tochter und schlurrt ihren Koffer über den Hof. Auf der Toilette trifft sie auf Maya (Christin Nichols), die die meiste Zeit mit Männern im Bett verbringt und kein Problem damit hat, sich mit Klorolle in der Hand vorzuzustellen.

Luise Brinkmann lässt ihre Zuschauer generell gern an menschlichen Ausscheidungen teilhaben und spart nicht mit realistischen Szenen an der Grenze zur Peinlichkeit. Dazu kommt eine spontane, lockere Kameraführung und improvisiert wirkende Dialoge über die Liebe, die sich mitunter auch überlappen.

Gleichwohl unterbricht sie die sparsame Handlung immer wieder mit traumhaften Sequenzen: mit Kerstins wiederkehrenden Fantasien von Thomas und Charlottes unbeholfenen Versuchen, im Internet ihr Glück zu finden. Dabei sitzt sie nicht am Laptop, sondern steht im Wald, wo die Online-Kandidaten an Bäumen lehnen.

Lohnt es sich, auf die Liebe zu warten? Macht Sehnsucht unfrei? Ist die Liebe wie Mofafahren? Fragen über Fragen. Eindeutige Antworten liefert Luise Brinkmanns Erstlingswerk nicht. Ihr Film ist mehr ein spielerisches Nachdenken über Liebe und Bindung, eine Art Versuchsanordnung bei strahlendem Sonnenschein. Vor allem aber ist „Beat Beat Heart“ eine wohltuende Abwechslung zum deutschen Komödien-Allerlei.