ACCUM - ACCUM - Vorsicht, frisch gestrichen: Wer in der großen Halle nicht aufpasst, kann sich hier schnell ein paar Flecken holen. Alles ist voller Farbe: Acryl und Ölpasten für die soeben aufgebauten Leinwände, Dispersionsfarbe für die erbsgrün hinterlassenen Wände, die die Telekom als letzter Nutzer der Räume nicht einmal zu Ende gestrichen hat. An den mächtigen Pfeilern sind noch Reste veralteter Fernmeldetechnik zu erkennen. Die tief ins Mauerwerk hineingezogenen Fenster lassen sich mit mächtigen Metallplatten abschotten – und dienten einst als Schutz vor Splitterbomben.

Von außen erinnert das Gebäude unweit der Accumer Kirche an der Memmhauser Straße eher an ein Reitergestüt oder an einen Bauernhof. In Kriegsjahren betrieb hier die Reichspost ein Fernmeldeamt – und hat sich hier, getarnt als landwirtschaftlicher Betrieb, eingebunkert. Später nutzten die Bundespost und bis vor ein paar Jahren die Telekom das alte Fernmeldeamt in Accum. Inzwischen sind die weitläufigen Räume an mehrere Firmen und Vereine vermietet.

Jetzt haben sich hier auch die Künstlerinnen Renate Ottens und Grete Janssen aus Grafschaft und Accum niedergelassen und sich mit dem freischaffenden Künstler und einstigen Gründer der „Perspektive“ Uwe Müller aus Wilhelmshaven verstärkt. Das Trio hat in dem alten Accumer Fernmeldeamt eine 300 Quadratmeter große Halle inklusive Kontor angemietet und unter dem Namen „Kunst-Werk“ eine Galerie, Malschule und Atelier eingerichtet. Am kommenden Sonntag ab 11 Uhr wird das neue „Kunst-Werk“ offiziell eröffnet. Die Betreiber erwarten viele Ehrengäste aus Rat und Verwaltung und der regionalen Kunstszene.

Seit wenigen Wochen laufen im Kunst-Werk bereits erste Malkurse für Hobbykünstler, Schulklassen oder Kindergärten. Weitere Workshops sind in Vorbereitung. Auch Ausstellungen und Lesungen soll es hier künftig geben, sagt Grete Janssen, die außerdem regelmäßig Kurse in der Alten Pastorei in Sande gibt. Am 18. November ist im Kunst-Werk außerdem eine erste Modenschau Schortenser und Wilhelmshavener Firmen geplant.

Trotz des Fabrikhallen-Charmes soll hier die Kunst nicht vom Fließband kommen: Dem „Kunst-Werk“-Trio schwebt vor, die Einrichtung zu einem kulturellen Treffpunkt der Region zu machen, an dem Kunst ganz individuell entsteht und ausgestellt wird. Und bis zur Eröffnung sollen die scheußlich-grünen Wände noch Weiß getüncht werden, damit die Bilder besser zur Geltung kommen.

Infos zum Kursprogramm gibt es unter Tel. 04423/ 6789 oder 04423/ 914 97 88.