ACCUM - ACCUM/OBN - Wenn Besucher in der Mühlenscheune Accum neuerdings ein künstlerisches Deja-vú-Erlebnis haben, dann könnte das an den alten Meistern liegen, die dort zurzeit ausgestellt sind: Gaugin, Nolde, Warhol. Auf Kunstauktionen erzielen solche Werke Millionenerlöse. In Accum sind es allenfalls ein paar hundert Euro – falls denn jemand eines der Bilder erwerben möchte. Hier hängen natürlich keine Originale großer Werke an den Wänden, sondern Plagiate.
Die Bilder hat Gerhard Weerts gemalt – der Schorttenser, der in diesem Jahr 80 Jahre alt wird, interessiert sich seit frühester Jugend für Kunst und Malerei, hat als Kind dem Heimatmaler Arthur Eden-Sillenstede über die Schulter geschaut und doch erst im Rentenalter Zeit gefunden, selbst zu malen. Sein besonderes Faible gilt großen Werken der Kunst, die Weerts in Museen und Fachliteratur genau studiert und dann nachgemalt hat.
In der Mühlenscheune sind zudem auch einige Heimatmotive des 2004 verstorbenen Schortenser Künstlers Erich Poppen zu sehen. Dessen Tochter Anke Stock erfüllt mit der Ausstellung den letzten Wunsch ihres Vaters, seine Bilder posthum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Erich Poppen, 1921 in Sengwarden geboren, hat sich ebenfalls seit frühester Jungend für Malerei interessiert.
Obwohl Weerts und Poppen in Schortens in den letzten Jahren beinahe Nachbarn waren, haben sich die beiden Männer nie gemeinsam mit Kunst beschäftigt. Jetzt sind 17 Bilder der beiden Künstler noch bis Ende des Monats in der Accumer Mühlenscheune zu sehen.
