ACHTERNMEER - Helmut Eggert erinnert sich noch genau, wann er seine Frau zum ersten Mal traf. Der in einem Lager in Ostfriesland internierte Kriegsgefangene hatte sich freiwillig zur Arbeit auf einem Bauernhof gemeldet. Am 17. Juni 1945 kam er in Wardenburg an und musste zu Fuß nach Achternmeer marschieren. „An der Ecke Achtern Busch habe ich sie mit ein paar Freundinnen sitzen sehen“, erzählt der 86-Jährige.

Eggert sprach die drei Jahre Jüngere an: „Sie hat mir gleich gefallen“, verrät er. Die beiden trafen sich regelmäßig. Beim Holschenball am Querkanal funkte es schließlich. Am 8. März 1946 wurde in der Wardenburger Kirche geheiratet. Ein unvergesslicher Moment: Bei zwölf Grad minus fror das Paar trotz heißen Wassers in zwei Milchkannen, die als „Wärmflaschen“ dienten, sowohl auf der Kutschenfahrt zur Kirche als auch in dem ungeheizten Gotteshaus.

Die Schwiegereltern hatten eine kleine Landwirtschaft, dort half das junge Paar anfangs mit. Später arbeitete Helmut Eggert 15 Jahre für das Oldenburger Siedlungsamt und 21 Jahre in der Oldenburger Glashütte.

Marianne Eggert, geborene Backer, versorgte derweil morgens um 5 Uhr und abends ein zweites Mal die Milchkühe. Die schweren Kannen bugsierte sie bei Wind und Wetter mit dem Rad von der Kilometer entfernten Weide nach Achternmeer. Außerdem zog sie drei Kinder auf. Wenn heute das Ehepaar eiserne Hochzeit feiert, sind diese ebenso dabei wie die mittlerweile zehn Enkel, zehn Urenkel und ein Ururenkelkind.