Frankfurt/Main - James Bond machte Pierce Brosnan berühmt. Als Geheimagent 007 war der Schauspieler mit den blauen Augen und dem gewissen Lächeln vier Filme lang im Einsatz: von „Golden Eye“ (1995) bis „Stirb an einem anderen Tag“ (2002). Brosnans Bond kämpft gegen infame Schurken, entschärft Atombomben, steuert einen Panzer durch St. Petersburg.
Vielseitiger Darsteller
Aber die 007-Filme machen nur einen Bruchteil der Arbeit des irischen Schauspielers aus, der am Donnerstag 60 Jahre alt wird. Er arbeitet in vielen Genres, ob Komödien („Mrs. Doubtfire“), Thriller („Spiel mit der Angst“), Melodramen („Zeit der Trauer“) oder Katastrophenfilme („Dante’s Peak“). Und er steht nicht nur vor der Kamera. Auch als Unicef-Botschafter und Umweltaktivist bei der Meeresschutzorganisation „Sea Shepherd“ hat er sich einen Namen gemacht.
„Ich habe im Leben viel Glück gehabt“, sagt Brosnan. Am Anfang steht eine wenig behütete Kindheit. Am 16. Mai 1953 kommt Brosnan in der irischen Kleinstadt Navan zur Welt, als Sohn eines Tischlers, der Frau und Sohn bald verlässt. Er lebt bei den Großeltern, nach deren Unfalltod bei anderen Verwandten und kommt auch mit den berüchtigten „Christlichen Brüdern“ in Kontakt, dem Orden, der zu den Hauptverantwortlichen des Missbrauchsskandals in irischen Kinderheimen gehört.
1964 holt ihn seine Mutter zu sich nach England. Pierce Brosnan entdeckt das Kino. Für seinen Entschluss, Schauspieler zu werden, sind Leinwandhelden wie Clint Eastwood und Steve McQueen verantwortlich. Er absolviert eine Schauspielausbildung und hat auf der Bühne rasch Erfolg.
1980 gibt Brosnan in dem Gangsterfilm „Rififi am Karfreitag“ sein Leinwand-Debüt. Ehefrau Cassie, mit der er seit 1980 verheiratet ist, ermutigt ihn, es in Hollywood zu probieren. Er möchte anspruchsvolle Filme drehen. Aber dann wird es 1982 erst mal die US-Fernsehserie „Remington Steele“ mit 94 Folgen.
Doch die Kinofilme sollten kommen. Pierce Brosnan erweist sich als gefragter vielseitiger Darsteller, ob Profi-Killer, trauernder Vater, gewiefter Dieb, Liebhaber, Witwer, Geheimagent oder Politiker. In Roman Polanskis Polit-Thriller „Der Ghostwriter“ (2010), ausgezeichnet mit einem Silbernen Berlinale-Bären, gibt er den Politiker Adam Lang.
Ein alternder Profi-Killer ist er in „Mord und Margaritas“ (2005). In der Frederick-Forsyth-Verfilmung „Das vierte Protokoll“ (1987) legt er sich als KGB-Major mit Gegenspieler Michael Caine an. John Boorman besetzt ihn 2001 in „Der Schneider von Panama“ als Spion, der wegen einer Liebesaffäre von London nach Panama verbannt wird.
Fünf Kinder
In einem Remake von „Thomas Crown ist nicht zu fassen“, das Brosnans eigene Produktionsfirma 1999 herausbringt, beeindruckt der Star als charmanter Kunst-Dieb, jenem Part, den 1968 sein Idol McQueen innehatte. Eine ernste Rolle hat Brosnan in der Komödie „Love Is All You Need“ (2012), die erzählt, wie ein Witwer und eine krebskranke Frau im sonnigen Italien neues Glück finden. Ein Film mit biografischem Bezug, Brosnans Frau Cassie starb 1991 an Krebs.
Mit seiner zweiten Frau, Keely Shaye Smith, und den jüngsten seiner fünf Kinder aus zwei Ehen lebt Pierce Brosnan im kalifornischen Malibu und auf Hawaii. Brosnan wünscht sich in seinem nächsten Film „Last Man Out“ seinen Sohn Sean (29) an seiner Seite. Auch Sohn Dylan (16) will zum Film.
