AHLHORN - Einige Hindernisse stellten sich Wilfried (79) und Ada-Maria (76) Ferchland in den Weg, bevor sie den Schritt vor den Traualtar machen konnten. Am Ende sorgte das Gleichstellungsgesetz dafür, dass die beiden heiraten konnten. Das war 1958. An diesem Montag feiern die Ahlhorner ihre goldene Hochzeit.
„Meine spätere Schwiegermutter war damals dagegen, dass wir heiraten, aber durch das neue Gleichstellungsgesetz konnte die Mitgift steuerlich abgesetzt werden“, erinnerte sich Wilfried Ferchland.
Seine Frau hatte er an der Hochschule in Münster kennen gelernt, er studierte Theologie, sie Geschichte. „Wir wohnten damals in benachbarten Wohnheimen und ich lud Wilfried zum Historikerfest am Aasee ein“, erinnert sich Ada-Maria Ferchheim. Sie stammt aus Bremerhaven, ihr Mann kommt aus Wilhelmshaven.
Als der Theologe 1956 eine Stelle als Vikar in der evangelischen Kirche Ahlhorn angeboten bekam, zogen beide ins Oldenburger Land. Geheiratet wurde 1958 in Bremerhaven. Vier Kinder und vier Enkel gehören heute zur Familie der Ferchlands.
Viele Ehrenämter prägten die Arbeit von Wilfried Ferchland, unter anderem brachte er die Taubstummen-Seelsorge der Oldenburgischen Landeskirche wieder in Gang, war im Vorstand des Ahlhorner Bürgervereins, des Großenkneter Partnerausschusses oder auch in der Kreisdiakonie sowie der Pfarrervertretung tätig.
1989 wurde er für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, nachdem er 1988 krankheitsbedingt in den Ruhestand gegangen war.
„Heute genießen wir jede Minute, die wir zusammen sind“, sagt Wilfried Ferchland, dessen Zeit für Frau und Kinder früher sehr begrenzt war. Er hilft seiner Frau gern bei der Hausarbeit. Die ausgebildetete Lehrerin war ebenfalls immer sehr aktiv, gehörte 19 Jahre lang dem Rat der Gemeinde Großenkneten an und betreute mit großer Hingabe die ostdeutsche Partner-Kirchengemeinde Niesky-Kosel (Oberlausitz).
Was beide Jubilare ebenfalls miteinander verbindet, ist ihre Liebe zu Hunden – Foxterrier „Toughy“ holten sie vor kurzem aus dem Tierheim – und die zahlreichen Reisen ins englische Cornwall. „Wir fühlen uns deshalb auch dem englischen Königshaus sehr verbunden“, sagt Ada-Maria Ferchland.
