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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Akustische Frischzellenkur für Deutsche

13.07.2013

Wiesbaden Jazz, Rock und Pop statt Schlager, Klassik und Kinderchor: Schon lange vor den ersten Jugendradios haben die Soldatensender der Alliierten das Lebensgefühl der Teenager in Westdeutschland stark mitgeprägt. AFN – aufgeschlüsselt heißt es American Forces Network – brachte den Teenagern eine ganze Kultur aus den USA mit.

Seine Musik und die erfrischende Art, Radio zu machen, war in der Nachkriegszeit stilbildend für Generationen: An diesem Wochenende feiert AFN mit einer Party im hessischen Rasdorf seinen 70. Geburtstag. Dabei hatte dieser Hörfunk ursprünglich eine ganz andere Zielgruppe, nämlich amerikanische Soldaten, Militär-Bedienstete und deren Familien.

AFN ging im Juli 1943 erstmals auf Sendung. Die Radiomacher folgten den US-Truppen auf ihrem Vormarsch in Europa, überall entstanden lokale Sender. Im August 1945 wurde das AFN-Hauptquartier in Europa von London nach Frankfurt/Main verlegt. Heute ist es auf der Air Base in Ramstein. 2014 steht der Umzug nach Sembach (Rheinland-Pfalz) bevor.

Gegen Caprifischer

Für die Hörer im amerikanisch besetzten Süddeutschland bot AFN – ebenso wie es im Nordwesten Deutschlands das britische Soldatenradio BFBS tat – in der Nachkriegszeit eine akustische Frischzellenkur. Denn in den meisten Sendern wurde nur fade musikalische Kost geboten: Schlager über Caprifischer, Seemänner, Liebe und Heimat. „All dies bildete den kulturellen Mainstream in einer Zeit, die vom Bedürfnis nach Verdrängung der Vergangenheit und heiler Welt geprägt war“, sagt der Zeitzeuge Volker Bausch.

Der Chef von AFN Wiesbaden, Gary Bautell, erinnert sich: „Das deutsche Radioprogramm war damals sehr langweilig. Wir haben den Menschen etwa den Rock ,n’ Roll näher gebracht. So etwas war wenigen bekannt.“ Auch Sänger Peter Kraus nahm als Kind Titel des Soldatensenders auf Tonband auf.

Lockere Moderatoren

AFN brachte Little Richard, Elvis Presley, Johnny Cash, Dean Martin. Später folgten die Beach Boys, The Doors und Gitarren-Gott Jimi Hendrix. „AFN schaffte eine Identifikationsplattform für Jugendliche, die sich von den Erwachsenen der Kriegsgeneration abgrenzen wollte“, erklärt Bausch. Das Erfolgsrezept von AFN war die klare Ausrichtung als Musikradio, sagt der Medienwissenschaftler Wolfgang Rumpf. Doch die Musik war es nicht allein: Die Moderatoren wirkten locker.

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