Essen - Im Betrugsprozess gegen den Kunstberater Helge Achenbach hat die Witwe des Aldi-Erben Berthold Albrecht einen Einblick in das Millionengeschäft mit Kunst gegeben. Unter großem Medienandrang sagte Babette Albrecht, die einst gut befreundet mit dem angeklagten Achenbach war, am Montag vor dem Landgericht Essen aus. Die Aldi-Familie, die zu den reichsten Familien Deutschlands zählt, gilt als äußerst verschwiegen.
Die Staatsanwaltschaft wirft Achenbach vor, den 2012 gestorbenen Berthold Albrecht bei Kunst- und Oldtimerverkäufen um 23 Millionen Euro betrogen zu haben. Babette Albrecht (54) hatte nach dem Tod ihres Mannes die Rechnungen prüfen lassen. Eine Strafanzeige der Familie hatte die Ermittlungen in Gang gebracht.
Die Geschäftsbeziehung sei auf „Vertrauensbasis“ gelaufen, sagte Babette Albrecht. Es habe keinen schriftlichen Vertrag gegeben. 28 hochkarätige Kunstwerke wurden an Albrecht verkauft. In 14 Fällen soll Achenbach Preisaufschläge vorgenommen haben. Achenbach sitzt seit Juni 2014 in Untersuchungshaft.
Das Ehepaar Albrecht hatte Achenbach 2007 bei einem Abendessen in der Nachbarschaft kennengelernt. „So entwickelte sich eine ganz nette Freundschaft“, sagte Babette Albrecht. Nach etwa eineinhalb Jahren habe Achenbach gefragt, ob sich Berthold Albrecht für Kunst interessiere. „Achenbach hat es ihm schmackhaft gemacht mit der Kunst“, so Babette Albrecht.
