Grabstede - „Das ist doch gar kein richtiger Apfel“, meinte die kleine Johanna angesichts eines kleinen schrumpligen rundem Etwas am Sonnabend. Sie war bei ihrer Oma zu Besuch und erstmals beim Apfeltag, zu dem die Dorfgemeinschaft Grabstede alle zwei Jahre einlädt. Die schrumplige Frucht hatte Johanna am Stand des BUND entdeckt, wo Thomas Coldewey ihr noch ganz viele nicht supermarkttaugliche Äpfel zeigte.
„Die sind alle von den sechs Streuobstwiesen in der Friesischen Wehde, die wir betreuen“, erklärte er. Gemeinsam mit Bärbel Abele und Hartmut Müller hatte er sie gepflückt und zum Apfeltag mitgebracht. Beim evangelischen Gemeindehaus wurden die Äpfel gewaschen, kleingeschnibbelt und kamen dann in eine Presse. Jeder Besucher durfte an der Apfelsaftpresse drehen, und so hatte sich die Schüssel schnell mit Saft gefüllt.
Im Gemeindehaus hatten Jutta Meinen und Anita Scheffler eine Kuchenbar mit mehr als 20 Sorten Torten und Kuchen aufgebaut, alle mit Äpfeln. Die leckeren Backwaren hatten Grabsteder Frauen gestiftet.
Draußen gab Albert Nordmann vom Obstbaumberatungsring Oldenburg unterdessen Tipps und Ratschläge rund um Obstbäume, insbesondere über Pflanzung, Pflege und Schnitt. An seinen Stand war auch Inga Hinderer aus Bockhorn gekommen und hatte Äpfel aus ihres Vaters Garten mitgebracht. Eigentlich macht sie daraus schon immer Saft, Gelee und Apfelmus. „Doch ich wollte mal wissen, wie die Sorten heißen.“
Einem Mann, der sich ein kleines Bäumchen gekauft hatte, riet Nordmann: „Obstbäume nie zu tief einpflanzen, das ist das A und O für Gesundheit und guten Ertrag.“
Nebenan war ein Zelt des Landfrauenvereins Friesische Wehde aufgebaut, verschiedene Produkte wurden zum Kauf angeboten, und auch die Handwerkergruppe der Dorfgemeinschaft bot Vogelhäuser und Insektenhotels an.
Dorfgemeinschaftsvorsitzender Helmut Tetz freute sich über viele Dorfbewohner und etliche neue Besucher beim Apfeltag: „Da hat sich dieser lehrreiche und informative Nachmittag wieder gelohnt.“
