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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Premiere: Allgemeiner Hasenwahn greift um sich

27.11.2010

BREMEN Ein Zimmer, ein Spinner und einige ulkige Verwechslungen: Mit der unverwüstlichen Salon-Komödie „Mein Freund Harvey“ setzt das Bremer Schauspiel fürs Erste alle Experimente aus – und übt sich in leichter Boulevardkost. Ein Abend zum Schmunzeln.

Versponnen ist an dieser Salonkomödie von Mary Chase (geschrieben 1943) in erster Linie die Hauptfigur selbst: ein altmodischer Snob namens Elwood fällt seiner Verwandtschaft auf die Nerven, indem er einen unsichtbaren Hasen im Schlepptau führt. Schwester und Nichte wollen ihn beim Nervenarzt einweisen lassen. Der attestiert der besorgten Verwandtschaft genau jenen Knacks. Nachdem die Geschichte bedächtig Fahrt aufgenommen hat, fühlt sich am Ende das komplette Bühnenpersonal angefressen vom grassierenden Hasenwahn.

Verfilmungen haben das Stück in bester Erinnerung gehalten – auch wenn es heute mit seinem gemächlichen Tempo ein wenig Moos, nein sagen wir besser Efeu angesetzt haben mag. Aber das Bremer Team knöpft sich den alten Hasenspaß mit Wohlwollen vor. Unter der Regie von Schauspieler und Radio-Bremen-Moderator Dirk Böhling holt man reichlich Lacher auf liebenswertem Niveau aus der Angelegenheit heraus; immerhin.

Verblüffung wird bereits durch die Verwandlungsfähigkeit des Bühnenbildes (Monika Gora) garantiert. Wo zunächst ein ordentlich aufgebautes Theater-Zimmer viele aufgemalte Bücherregale präsentiert, da drehen sich plötzlich alle Einzelteile und werden – schwuppdiwupp – zur psychiatrischen Praxis. Einen drolligen Club von älteren Herrschaften hat man eingespannt, um den Umbau zum Ereignis werden zu lassen.

Mit viel Spaß (und Können) läuft das Ensemble nun zu mittelhoher Betriebstemperatur auf: Guido Gallmann gibt den halluzinierenden Hasenseher mit äußerst zurückhaltenden Mitteln. Bloß keinen Theater-Irren vorführen! Ein gespenstisch normaler Verrückter grüßt vielmehr. Mit Gabriele Möller-Lukasz und Varia L. Sjöström stehen zwei vital neurotische Tanten zur Seite, während die Welt in der Psychiatrie mit Martin Baum (Chef, blöde), Thomas Hatzmann (Assistent, bemüht) und Johanna Geissler (Vorzimmer, niedlich) genauso amüsant besetzt ist. Abgerundet wird die Show voller Verrückter durch Sabine Urban (als exaltierte Chefarzt-Gattin) sowie Timo Lampka und Jan Byl in knuffig-knalligen Nebenrollen.

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