Varel - Die Hinweise werden immer konkreter: Stammt das am Kurhausstrand gefundene rätselhafte Eisenstück etwa vom alten Dangaster Friedhof? Ein Indiz darauf brachte nun NWZ -Leser Frank Walther in die Redaktion des „Gemeinnützigen“. Er präsentierte einen handtellergroßen Löwenkopf aus Gusseisen, den er im Sand unterhalb des Alten Kurhauses gefunden hatte. Dort hatten auch René und Petra Günther beim Spazierengehen ihr Stück entdeckt.
„Der Löwenkopf könnte ein Stück von einem Zaun oder einem Grabmal des ehemaligen Friedhofs sein, der einst hier in Dangast existierte“, sagte Frank Walther. Auch René und Petra Günther vermuten, dass sich unter der rostigen Patina ihres Fundstücks ebenfalls ein Eisenstück verbirgt, das zu einem Zaun gehören könnte. „Wer weiß“, spekulierte Frank Walther und zeigt auf die Bruchkanten an dem Löwenkopf, „vielleicht ist das ja ein Stück, das an meines anschließt.“
Auch sein Fund war dick mit Sand und Rost überdeckt. „Ich habe es dann mit einem Hammer vorsichtig abgeschlagen – und zum Vorschein kam der Löwenkopf“, sagte Frank Walther. Er kennt sich mit Metall aus, denn er ist der Geschäftsführer der 1887 gegründeten Maschinenfabrik Winicker & Lieber an der Hansastraße 1. „Wir sind mit Metall nicht so zimperlich“, sagte er.
Die von ihm und dem zehnjährigen Per Apmann gefundene mögliche Grabverzierung schätzt er auf ein Alter von 300 Jahren. „Gusseisen verrostet nie“, erklärte Frank Walther: „Nicht so wie Stahl, davon bleibt fast nichts über.“ Dass es ein Stück von der im Jadebusen untergegangenen Insel Arngast sein könnte, wo bis Mitte des 17. Jahrhunderts eine Kirche gestanden hatte, vermutet er indes nicht. „Das Stück ist zu schwer. Durch die Strömung würde es nicht angespült werden.“
Das Alte Kurhaus wurde oben auf dem Deich gebaut und 1804 eröffnet. „Das ist der höchste Punkt in Dangast. Der Dangaster Friedhof erstreckte sich von dort runter zum Strand in Richtung Pegelhäuschen“, sagt Hannes Tapken, Gästeführer und Bruder des früheren Kurhauswirtes Karl-August Tapken. „Als oben das Kurhaus gebaut wurde, ist dort ein Grab mit Gebeinen entdeckt worden.“ Auch beim Bau der Ufermauer im Jahr 1902 kam ein Steinsarg mit Skelett darin zum Vorschein.
