Ganderkesee/Köln - Es war ruhig um ihn geworden. Schlagersänger Marvin Kruse war nach dem Hype um seine Person 2009 scheinbar abgetaucht. Nur wenig sah und hörte man von dem jungen Mann, der sich dem Schlager verschrieben hatte.

„Das stimmt so nicht ganz“, merkt der 26-Jährige heute an. „Ich habe viel gearbeitet und einige Auftritte gehabt, die waren aber deutschlandweit und auch im Ausland“, erklärt der Ganderkeseer weiter. Sein neuestes Projekt katapultiert den Sänger in ein ganz anderes Genre. Nämlich in die Schauspielerei. „Ich werde ab diesem Montag bei Köln 50667 zu sehen sein“, sagt Kruse.

Die Soap läuft täglich um 18 Uhr auf dem Privatsender RTL II. Die „Scripted-Reality-Doku“ – eine nur scheinbar wahre Dokumentation – beschäftigt sich mit einer Clique junger Leute, die gemeinsam Lust und Leid des Lebens durchmachen. Die Darsteller sind allesamt Laienschauspieler – wie Kruse. „Ich habe mich auf die Arbeit nicht groß vorbereitet. Bei der Arbeit versuche ich auch meine eigenen Charakterzüge in meine Rolle, den Kilian, einfließen zu lassen“, erzählt Kruse. Was in diesem Format nicht ungewöhnlich ist. „Die suchen beim Casting auch keine Schauspieler, sondern interessante Persönlichkeiten.“ Das kam dem Schlagersänger gelegen. „Bühne und TV-Set sind sich sehr ähnlich.“ Soviel sei aber verraten: Einen Sänger spielt Kruse vorerst nicht. „Ich hoffe aber, dass ich meine Musik noch einbringen kann“, sagt er. Denn nach seinem letzten TV-Auftritt beim Privatsender Vox 2009 hatte seine Karriere als Sänger eine großen Schub erhalten. Das will er jetzt wiederholen.

„Ich werde aber nichts Unseriöses machen, sondern nur das, was mir wirklich Spaß macht“, sagt Kruse. Unseriöse Angebote habe er nach dem letzten TV-Auftritt genug gehabt. „Da muss man wirklich vorsichtig sein“, so der 26-Jährige.

Auf den Erfolgzug, der derzeit in der Schlagerszene rollt, wollen viele aufspringen. Auch Marvin Kruse hofft in der Szene durchstarten zu können. Schlagerstars wie Helene Fischer, Beatrice Egli oder Andreas Gabalier sind derzeit in den Charts weit oben und spielen vor ausverkauften Konzerthallen – da will Marvin Kruse hin. Und er ist optimistisch. „Die neue CD liegt fertig in der Schublade“, sagt er. Sie müsse nur noch produziert werden. Daran, dass er in der Liga der Großen mitspielen kann, glaubt er fest. „Jürgen Drews, Andrea Berg oder Michael Wendler hatten alle nur einen großen Hit – und irgendwann habe ich den auch“, gibt er sich kämpferisch.