Ofenerfeld/Dangast - Er ist wieder dran – der Piratenbart. Seit August 2016 sprießt er erneut am Kinn Hendrik Oostingas. Er soll das Gesicht des Ofenerfelders zieren, wenn der mit seinen fast 50 ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen ab 28. Juli wieder auf der Bühne des Freilichttheaters Dangast stehen wird – im neuen Stück „Das Geisterschiff“.
Zum vierten Mal ist der 52-Jährige damit in Dangast dabei und geht diesmal in insgesamt 13 Aufführungen als Untoter auf die Jagd nach frischen Seelen. „Es ist die Geschichte des fliegenden Holländers“, erzählt der 1,92 Meter große Ofenerfelder, der erstmals 2008 im Stück „Edo Wiemken – der Friesenhäuptling“ theatertechnisch völlig unerfahren einen Piraten geben durfte hinterm Deich. Da hat er Blut geleckt und ist seitdem immer wieder gern dabei – ohne Gage, wie alle Spieler. Im „Schimmelreiter“ hatte er 2011 seine erste Sprechrolle. Und 2014 spielte er in der „Schatzinsel“ mit – und ließ sich damals für die Rolle eben jenen Kinnbart wachsen, der nun wieder munter sprießt – für die Rolle des Untoten „Magnus“. „Auch der schippert seit 500 Jahren über die Weltmeere auf der Suche nach frischen Seelen“, lacht der 52-Jährige: „Seit Juli 2016 proben wir schon“. 13 Aufführungen sind geplant. Auch eine Choreographie müssen er und seine Kolleginnen und Kollegen lernen – bei Chan Gülec, Hiphopper aus Hamburg. Ansonsten wird in der Oberschule in Varel geprobt. Die Schauspielerei macht dem OOWV-Mitarbeiter mächtig Spaß. Gerade auch die Arbeit mit den anderen Darstellern. „Wir sind wie eine Familie“, sagt er.
Gern würde er auch mal was im Fernsehen machen, sagt er. Erst im März hatte er sich beworben – als Komparse für die Verfilmung des Buches „Abgeschnitten“ von Sebastian Fitzek und Michael Tsokos. „Hat leider nicht geklappt“, sagt Oostinga – und hofft weiterhin auf seine Chance. Am liebsten in einem richtigen Film.
Nach der „Schatzinsel“ hatte er auch die Möglichkeit bekommen, bei der Niederdeutschen Bühne Varel in „Keerls döör un döör“ mitzuspielen – jener herrlichen Komödie, in der Männer als Frauen auftreten. „Da hab ich Lady Gaga, Marianne Rosenberg , Tina Turner gegeben – natürlich stilecht gekleidet“, lacht Oostinga, der sein Bärtchen nach Abschluss der „Schatzinsel“ 2014 während der „Beerdigung“ des Stücks wieder abnahm. „So nennen wir die Abschlussfeier“ erklärt der Ofenerfelder, der noch nicht zu viel verraten will vom „Geisterschiff“. Aber: „Die Untoten verändern sich im Laufe der Aufführung auf sehr skurrile Weise“.
Bartperlen in Form von Totenköpfen hat er sich für den „Neuen“ schon gekauft, bekommt sie allerdings nicht so richtig drüber über seine „Requisite“. „Das olle Drecksding wird einfach nicht voller“, schimpft er augenzwinkernd.
