Barßel - Nach rund drei Wochen dauernden Restaurierungsarbeiten präsentiert sich der Altaraufsatz des Hochaltars in der Pfarrkirche Ss. Cosmas und Damian Barßel in neuem, goldigen Glanz. Aber nicht nur der Altar, sondern auch die sechs Figuren, die im Altar stehen. Dem Gottesdienstbesucher bietet sich nun wieder ein einheitliches Bild des Hochaltars.
Mühevolle Arbeit
„Es war immer der Wunsch der Pfarrgemeinde, aber auch mein sehnlichster Wunsch, dass wir wieder ein einheitliches Ensemble im Altarbereich der Kirche haben“, freut sich der ehemalige Kirchenprovisor und jetzt ehrenamtliche Mitarbeiter der Kirchengemeinde Johannes Geesen über die abgeschlossenen Restaurierungsarbeiten. Restaurator Andreas Ahlers gibt Einblicke: „Es war schon eine mühevolle Arbeit, den Altaraufsatz zu vergolden. Er war schon stark reduziert und nicht mehr ansehnlich und passte überhaupt nicht mehr zum sieben Meter hohen Baldachin, der bereits 1995 im Rahmen der Innensanierung erneuert wurde.“ Gleichzeitig sei damals auch der Hochaltar in seiner ursprünglichen Form wieder hergestellt worden.
Bei der Restaurierung verwendete Ahlers ausschließlich reines Blattgold (echtes Gold). Aufgetragen wurde das Blattgold in einer Stärke von 1/10 000 Millimeter. „Man muss schon viel Geschick aufbringen, um das Blattgold zu verarbeiten. Es muss alles haargenau stimmen. Das Blattgold ist so dünn, dass es in der Hand zu Staub zerfällt“, sagt der Restaurator aus Paderborn. Es hat 22,5 Karat. Ahlers geht davon aus, dass das aufgetragene Blattgold für die „Ewigkeit“ ist.
Hinter dem Hochaltar in der Seemannskirche verbirgt sich eine sehr abwechslungsreiche Geschichte. Es ist ein wertvolles Exemplar der neoromanischen Zeit und ist einzigartig in der Diözese Münster, wenn nicht sogar in ganz Deutschland. Das zumindest behauptet Johannes Geesen. Es sei schon etwas Besonderes. Und der ehemalige Kassenleiter der Gemeinde Barßel steht nicht allein mit seiner Sichtweise da. Auch Restaurator Andreas Ahlers ist dieser Meinung: „Ich wüsste nicht, in welcher Kirche so ein Hochaltar steht.“
Rund 11 000 Euro
Nicht vor Ort, sondern in der Paderborner Werkstatt wurde den sechs Figuren ein neues Outfit verpasst. Unter dem Ensemble befinden sich auch die Namenspatronen der Pfarrgemeinde Barßel St. Ansgar und der Barßeler Kirche Ss. Cosmas und Damian. Erforderlich waren Arbeiten an den Gewändersäumen, da auch einige Attribute fehlten. Alle Figuren waren bisher lediglich bronziert. Nun strahlen die Statuen in der Kirche wieder in brillantem Gold. „Der Hochaltar ist schon etwas Kostbares. Daher haben wir uns die Restaurierung auch etwas kosten lassen. Rund 11 000 Euro“, betont Geesen. Die Restaurierung wird unter anderem auch durch Spenden finanziert.
