Wer Leierkasten-Musik nicht hören mag, hatte am Sonntag in Ganderkesee kaum eine Chance: Egal, an welcher Stelle der Festmeile sich die Besucher gerade aufhielten – von irgendwoher dudelte immer ein mehr oder weniger bekannter Schlager ins Ohr. Das störte aber niemanden, im Gegenteil: Die Initiative von Volker Lewerenz aus Hoykenkamp, der das 1. Ganderkeseer Drehorgeltreffen anlässlich des Frühlingsfestes organisiert hatte, stieß in jeder Hinsicht auf offene Ohren. Und die Resonanz des Publikums kam wiederum bei den Musikanten bestens an: „Die Akzeptanz war ganz toll“, freute sich etwa Gabriele Schröder aus Vlotho, die zusammen mit ihrem Mann Günter und zwei Drehorgeln angereist war – eine davon war noch vom bekannten Berliner Orgelbauer Axel Stüber geschaffen worden.

Nicht nur die Melodien aus den hölzernen Kisten verbreiteten eine fröhliche Stimmung, „die Leute interessieren sich vor allem auch für die Mechanik“, sagte Gabriele Schröder. Besonders viel zu erklären hatte Rolf Dunger aus Barnstorf, dessen italienisches Modell, eine Frati, mit 110 Jahren das älteste Modell beim Ganderkeseer Treffen war. Ältester Orgler war Kurt Eikmeier aus dem westfälischen Lemgo: Der 82-Jährige zieht mit seiner Deleika noch immer gern durchs Land – oft ist er damit in Kindergärten zu Gast.

Kindergärten besucht als Kommunalpolitikerin auch die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler immer mal wieder – vielleicht nimmt sie beim nächsten Mal ja ebenfalls eine Drehorgel mit. Als Leierkasten-Frau bewährt hat sich die Falkenburgerin jedenfalls: Sowohl bei der Eröffnung wie beim Aborgeln am frühen Abend kurbelte Zießler eine flotte Melodie aus dem Gerät.

Wegen des Frühlingsfestes hatte der Schützenverein Urneburg für seinen gleichzeitig stattfindenden Schnuppertag gar nicht so viele Besucher erwartet – umso mehr freute der Vorstand sich dann über den „sehr großen Zuspruch“, wie Schriftführer Udo Lübsen berichtete. Und es kamen eben nicht nur Mitglieder, sondern auch ein paar wirkliche Neulinge, die ihre Treffsicherheit testen wollten. Einige werden wiederkommen, hofft der 1. Vorsitzende Herbert Biese. Als der Schützenverein im vergangenen Jahr erstmals einen Schnuppertag veranstaltete, hatte er danach vier Mitglieder mehr.

Starken Zulauf registrierte am Sonnabend schon die „Regenbogen“-Gruppe – eine Mutter-Kind-Gruppe der ev.-luth. Kirchengemeinde in Bookholzberg – bei ihrem Flohmarkt im Dietrich-Bonhoeffer-Haus. „Ganz überrascht“ sei sie von dem „Super-Besuch“, strahlte Organisatorin Petra Osterloh. Der Verkauf von Kinderkleidung und Spielzeug, den die Mütter und Väter schon seit zehn Jahren – einmal im Frühjahr und dann wieder im Herbst – veranstalten, hat sich längst ein treues Stammpublikum erobert, auch wegen des reichhaltigen und verführerischen Kuchen-Angebots.

Gut schmecken ließen es sich am Sonnabend auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter der DRK-Seniorenzentren in Hude und Bookholzberg: Als „kleines Dankeschön“ für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Bewohner hatte das Rote Kreuz die freiwilligen Helferinnen und Helfer zu einem Brunch im „Café Klönschnack“, dem Bistro der Bookholzberger Einrichtung, eingeladen. „Das werden wir jetzt häufiger machen“, kündigte Ines Schepker vom sozial-kulturellen Dienst des DRK nach der Premiere an. Derartige Treffen dienten dem Erfahrungsaustausch und motivierten die Mitarbeiter. „Das ehrenamtliche Engagement in den Seniorenheimen hat eine ganz andere Wertigkeit als die hauptamtliche Arbeit“, erklärte Ines Schepker: „Sie bringt das Leben von draußen herein.“

Ein lebendiger Sportverein ist der VfL Stenum – davon zeugt zum Beispiel die dicke Broschüre, die den Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung am Freitag bei Backenköhler vorgelegt wurde: Auf 85 Seiten werden sage und schreibe 35 Abteilungen und Gruppen vorgestellt – vom Klein-Kinder-Turnen bis zu den Fußball-Oldies. Zu Beginn der Versammlung hatte Vorsitzender Johannes Knese langjährige Mitglieder geehrt: Die goldene Ehrennadel für 40-jährige Treue zum Verein erhielten Waltraud Scheibel und Uwe Zinner, und mit Silber für ein Vierteljahrhundert beim VfL wurden Inge Lührs, Gunda Bruns, Inge Munderloh, Heino Büchel, Stephan Wilken, Lars Munderloh sowie Evelyn Hoell ausgezeichnet.

Ausgezeichnet singen können Jouri Kupreev, Dmitry Mednikov, Boris Karandassov, Jouri Stepanov, Ilia Mikhailenko und Alexander Andrianov – als „Vokalensemble Harmonie“ sind die sechs Russen in der Region hinlänglich bekannt. Achtmal traten sie bereits in Ganderkesee auf. Und der Ort sei dem Ensemble offenbar ans Herz gewachsen, flachste Dr. Gerd Zimmermann, der die Chormusik auch am Freitag vor rund 80 Gästen wieder mit russischen Erzählungen begleitete. Nur so nämlich sei zu erklären, dass sich einer der Sänger „immer noch den Ort anschaut“ – da war es allerdings schon nach 19 Uhr und eigentlich hätte das Konzert langsam beginnen sollen. Kurz darauf hastete ein Mann im festlichen Anzug verlegen durch den Lichthof, verschwand in der Garderobe – und mit viertelstündiger Verspätung konnte es dann auch losgehen.

So richtig angefangen hat jetzt auch die Arbeit für den Chef der Polizei im Landkreis Oldenburg: Heinz Schevel (Bild rechts), der seit Februar bereits das Polizeikommissariat in Wildeshausen leitet, wurde am Montag auch offiziell in sein Amt eingeführt. Der 47-jährige Polizeirat führt ein Team von 150 Mitarbeitern und ist Vorgesetzter aller Polizeidienststellen im Landkreis. Schevel, der mit Frau und zwei Kindern in Edewecht im Nachbarkreis Ammerland lebt, löst Kriminaloberrat Günter König-Kruse ab, der jetzt die Zentrale Kriminalinspektion im Polizeipräsidium Oldenburg leitet. Den Stabwechsel in Wildeshausen nahm der Oldenburger Polizeipräsident Hans-Jürgen Thurau in Begleitung des Leiters der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land, Jörn Stilke, vor.