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Museum Alte Schulden und immer neue Probleme

Reinhard Tschapke

Emden - Wankt der Leuchtturm? Gehen irgendwann die Lichter aus?

Die Kunsthalle Emden, ein niedersächsisches Vorzeige- und Renommierprojekt, hat wieder finanzielle Probleme. Dies bestätigten am Montag sowohl das Museum als auch das Kulturministerium in Hannover.

Da Kunsthallengeschäftsführerin Eske Nannen erkrankt ist, äußerte sich Pressesprecherin Ilka Erdwiens. Sie verwies auf laufende Verhandlungen. Konkret geht es um den Abbau des alljährlich anfallenden Defizits, entstehend durch laufende Betriebs- und Energiekosten sowie die Tilgung alter Schulden. Bei beidem sollte das Land helfen.

Neue Ministerin

Das Problem: Die Zusage für eine jährlich höhere Förderung und die einmalige Zahlung von 300 000 Euro, um alte Schulden zu beseitigen, kam im Juli 2012 von Kulturministerin Johanna Wanka (CDU). Die sitzt inzwischen in Berlin als Wissenschaftsministerin.

Zunächst sah es in den vergangenen Tagen so aus, als wenn beide Zusagen auf der Kippe stünden. Das nun von Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) geführte Ministerium fühlte sich von der Erhöhung der Landeshilfe von 650 000 Euro auf jährlich insgesamt 950 000 Euro ab 2014 nicht begeistert, noch gebunden.

Und die Einmalzahlung von 300 000 Euro zur Schuldentilgung? Das Geld, hieß es kurz nach der Landtagswahl in Hannover plötzlich, sei schlicht nicht da.

Im Ministerium beschwichtigt man nun. „Wir wünschen“, betont Ministeriumssprecher Werner Nor­ding am Montag, „eine gute Zusammenarbeit.“ Man fühle sich durchaus an Absprachen der Vorgängerregierung gebunden, müsse aber die Summe der insgesamt 950 000-Euro-Landesförderung in die Planung des Haushalts einbringen. Man werde dies nun für 2014 auf den Weg bringen. Das ist die positive Nachricht.

Was die einmalige Schuldentilgung von 300 000 Euro betrifft, so kritisiert man in Hannover die Kunsthalle. Die habe, so das Ministerium, ihren Teil der Verpflichtung nicht eingehalten. Die Kunsthalle sollte zur Sicherheit Bilder aus ihrem Eigentum in Höhe von 300 000 Euro dem Land überschreiben. Das hätte im Gegenzug die Bilder der Kunsthalle als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Super Zusammenarbeit

Das sei, so Nording, ein übliches Verfahren, das die Kunsthalle selbst vorgeschlagen habe. Doch der Wert der Bilder habe nicht dem Wert von 300 000 Euro entsprochen. Nun liefen darüber Gespräche. Wenn die zum Abschluss kämen, würde man den Betrag relativ problemlos im Finanzministerium anfordern. Noch ist also nichts verloren.

Die Kunsthalle wollte sich am Montag nicht zu Details äußern. „Die Angelegenheit“, betonte aber Ilka Erdwiens, „ist für die Kunsthalle Emden lebenswichtig!“ Eine neue Vorschlagsliste von Bildern läge bereits dem Ministerium vor, man warte auf Antwort. In der Vergangenheit habe man mit dem Land immer „super“ zusammengearbeitet.

Im Moment läuft in Emden eine beachtliche Schau mit Bildern von Emil Nolde. 7000 Besucher kamen seit der Eröffnung Ende Januar. Auch da könnte man wieder den Ausdruck verwenden: „super“.

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