Großenkneten - „Der Garten ist voll, und es regnet nicht“, freute sich Erika Koronowski am Sonntagnachmittag. Nach einer vierjährigen Pause hatte die Großenkneterin zum zweiten Mal zu einem „Spaziergang durch den Kunst- und Kulturgarten“ eingeladen. Und fast wäre das Ereignis im Garten an der Keramikwerkstatt der Gastgeberin buchstäblich ins Wasser gefallen, denn am Morgen strömte der Regen nur so aus den Wolken. Doch daran dachte am Nachmittag niemand mehr.
Parkplätze wurden am Lehms in Großenkneten knapp. Im Garten ließen sich die zahlreichen Gäste durch Kunst und Musik inspirieren. Bei Kaffee und Kuchen sowie Getränken folgten viele den verschiedenen Aufführungen oder besuchten einen der Stände, die unter Pavillons im Außenbereich Schutz gefunden hatten oder auf der Diele und in anderen Innenräumen ihre Angebote zeigten.
Malerei, Metall und mehr
Zu sehen waren Acrylmalerei von Katharina Overmeyer und Aquarellbilder von Christel Jahnsen. Zudem stellte Marin Willemsen Keramiken vor, Christiane Rosenthal Schmuck, Peony Ruhnau Filzarbeiten und Webkunst sowie Gastgeberin Erika Koronowski ihre Tonbildhauereien, die überall im Garten zu finden waren. Zu entdecken waren auch der Eine-Welt-Laden aus Wardenburg sowie Metallenes von Klaus Kinzel, Susan Berber-Credner mit Metall- und Holzminiaturarbeiten, aber auch Textiles von Susanne Neumann-Claussen.
Vor Ort war auch die Schülerfirma „Metallic – Die neue Energie“, Schüler der Berufsfachschule Metall-, Versorgungs- und Feinwerktechnik der Berufsbildenden Schulen des Landkreises Oldenburg. Lehrer Holger Adomat wies auf die verschiedenen Lerninhalte hin. Da wurde beispielsweise geschmiedet und die entstandenen Produkte verkauft. Eine Verzahnung von Produktion und Vermarktung mit Erlösen, die für berufsorientierte Exkursionen genutzt werden.
Ostfriese bringt Musik
Musikalische Unterhaltung bot seinerseits „Klaus der Ostfriese“. Er amüsierte die Gäste mit seiner Straßenmusik und Liedern in bestem Plattdeutsch. In die Saiten ihrer Gitarren griffen Johannes Schürmann und Lukas Frensel, die Studenten an der Uni Bremen sind. Zum Tanz nach historischen Vorbildern lud die Gruppe „Capriole“ ein, die es nicht nur bei der Vorstellung in historischen Gewändern aus dem 17. Jahrhundert beließ, sondern auch zum Mitmachen und Einstudieren von Tänzen einlud.
Die Gruppe „Capriole“ stammt aus Oldenburg und beschäftigt sich mit Tänzen aus dem Mittelalter und der Renaissance. Sehr alte Liedmelodien aus der Sammlung von John Playford, die zum Teil heute noch bekannt und beliebt sind, wurden bearbeitet und vorgestellt. Begleitung kam mit Gitarre, Flöten und Trommeln.
Ein buntes Markt- und Kunsttreiben, das Besucherinnen und Besucher aus dem Umland anlockte, die sich gerne von der Magie des Kunst- und Kulturgartens einfangen ließen.
