Jeverland - Wiedersehen mit alter Technik: Tausende haben im Jeverland am Pfingstmontag die Gelegenheit genutzt, sich die Windmühlen in Jever, Accum und Neustadtgödens von innen anzusehen. In Jevers Schlachtmühle Jever erläuterte der freiwillige Müller Siegfried Wendel Interessierten nur zu gerne, wie die alte Technik von 1847 funktioniert.
„Heben Sie doch mal den Sack – den bekommen Sie ohne Hilfe nicht gestemmt“, fordert er die Besucher auf. Zum Glück gibt es den Flaschenzug – so lässt sich der Zentner Sand im Sack gut heben.
Mit alten Filmen übers Müllerhandwerk, Mühlenführungen und alten Spielen für die Kinder haben Jevers freiwillige Müller den Deutschen Mühlentag begangen. Die Nachbarn der Schlachtmühle sorgten für die Verköstigung der vielen Gäste.
Auch bei den beiden Neustadtgödenser Mühlen herrschte Betrieb: Bei der Wasserschöpfmühle auf dem Wedelfeld forderte eine in historische Gewänder gekleidete Delegation aus dem Sander Rat den Heimatverein Zetel zur traditionellen Mühlenwette heraus. Bei guten Windverhältnissen war es nicht schwierig, eine Voraussage zu treffen – und so zeigte sich die Ratsdelegation siegessicher: die Mühle würde sich drehen, so ihre Voraussage. Die Gruppe behielt Recht, der Vorjahressieger musste sich geschlagen geben.
Weniger gut in der Voraussage der Wetterverhältnisse war der Heimatverein Gödens-Sande, der die Mühlenwette erneut organisiert hatte. Der Gottesdienst, der traditionell unter freiem Himmel stattfindet, wurde erstmals seit vielen Jahren in die Scheune verlegt. Man wollte auf Nummer sicher gehen. Das Wetter erwies sich dann aber doch als stabil, die Wolken waren wie weggepustet.
An der Oberahmer Mühle trafen sich viele Ausflugsgäste bei dem schönen Wetter im Garten. An zahlreichen Tischen genossen die Besucher Kuchen oder deftige Bohnensuppe. Ursula Albers, Besitzerin von Mühle und Garten, führte unter anderem durch den Kräutergarten, der in der Region für seine Vielfalt bekannt ist. Unterdessen zeigten in der Mühle die freiwilligen Müller die Arbeitsweise der Mühle.
