Klein Scharrel/Osterscheps - Nach sechs Jahren Pause wird am kommenden Sonnabend in Klein Scharrel wieder ein Osterfeuer abgebrannt. Auf einer extra angelegten Fläche neben dem Sportplatz türmt sich bereits ein großer Haufen mit Schnittgut auf. Am vergangenen Sonnabend wurde es noch einmal etwas mehr, als Privatpersonen die Möglichkeit hatten, ihren Hecken- oder Baumschnitt dort abzuladen.
Einer der ersten, die dort Gartenreste entsorgten, war Ralf Gräfing. Er hätte auch die Möglichkeit gehabt, seine Fuhre zum Edewechter Recyclinghof am Bachmannsweg zu bringen, entschied sich aber für das Osterfeuer, das vom Ortsverein (OV) Klein Scharrel mit Unterstützung der örtlichen Vereine wieder neu belebt wird. „Hier hatte das Osterfeuer bereits Tradition, bis es keinen geeigneten Platz mehr gab. Jetzt, wo es wieder gemacht wird, will ich das Ganze auch unterstützen“, erklärte Gräfing.
Ähnlich äußerte sich Juliane Janßen aus Klein Scharrel, die mit ihrem Mann Brennmaterial anlieferte. „Wir wollen das Osterfeuer unterstützen und finden das sehr gut, dass es wieder gemacht wird. Weil wir ganz in der Nähe wohnen, bot es sich an, den Strauchschnitt hierher zu bringen.“
Es sind vor allem Bürger aus Klein Scharrel, die das Angebot, ihre Gartenreste beim Osterfeuer zu entsorgen, annehmen, so Thomas Rippen, seit einem Jahr 1. Vorsitzender des OV Klein Scharrel. „Natürlich passen wir darauf auf, dass nur Gehölz angefahren wird, das auch vollständig verbrennt. Holzbretter, Wurzelwerk und ähnliches möchten wir hier nicht haben. Das Osterfeuer ist nicht dazu da, Sperrmüll zu entsorgen.“ Deshalb war er auch verärgert, als er vor Ort einige Baumstümpfe vorfand. „Die hat jemand heimlich entsorgt.“
Auch auf einer Fläche vor der Grundschule Osterscheps, von einem Landwirt zur Verfügung gestellt, hat sich schon ein stattlicher Haufen angesammelt. Die Anfuhr wird auch hier kontrolliert. Anders als in Klein Scharrel ist das Areal aber abgetrennt, das Zugangstor wird nur am Sonnabend geöffnet.
Thomas Schröder, Mitglied im Ortsbürgerverein (OBV) Scheps, hatte sich bereit erklärt, am vergangenen Sonnabend den Dienst zu übernehmen. „Wurzeln und Laub, auch Rasenschnitt oder Moos, sind hier nicht erlaubt“, gab er die Richtlinien weiter. „Im Allgemeinen halten sich die Leute aber daran.“
Wie in Klein Scharrel auch sind es zumeist die Bewohner der Bauerschaft, die ihren Holzschnitt abliefern. Einer von ihnen war Bernd Helms. „Der Vorteil für mich ist, dass ich gleich nebenan wohne. Es ist aber auch für die Gemeinschaft. Ich finde es wichtig, dass dieses Brauchtum erhalten bleibt.“ Bereits seit 18 Jahren ist das Osterfeuer in Osterscheps Anziehungspunkt für die Dorfbevölkerung.
Am Sonnabend wird es um 19 Uhr entzündet. Eine halbe Stunde später, um 19.30 Uhr, dürfen sich auch die Bürger in Klein Scharrel am Feuer erwärmen.
