Oldenburg - Natürlich muss Dr. Wilhelm Büttemeyer alle fünf Meisterkonzerte des Oldenburger Kunstvereins (OKV) in seinen Empfehlungen an die Hörer auf gleich hohe Stufen stellen. Natürlich sähe der Organisator in der Saison 2017/18 fünfmal freitags um 20 Uhr die 330 Plätze im Alten Landtag gleichermaßen voll besetzt. Doch dann wagt sich der Philosophie-Professor aus der Reserve und sagt: „Na ja, das dritte Konzert am 26. Januar 2018 ist schon ein besonderes.“

Das hängt nicht unbedingt mit dem dann musizierendem Minguet-Quartett und dem Pianisten Matthias Kirschnereit zusammen. Es hat vielmehr historische Gründe. Im Programm erscheint das Klavierquintett op. 44 von Robert Schumann. Das viersätzige Werk wurde im Januar 1843 in Dresden uraufgeführt – und im gleichen Monat und Jahr gründete sich der OKV.

Das dritte Meisterkonzert hebt sich zwischendurch allerdings nicht nur durch den historischen Kontext ab. Es richtet auch den Blick auf die Zukunft der Konzertreihe. Die Minguets führen nämlich auch das 3. Streichquartett aus dem Jahr 1992 von Peter Ruzicka auf. Der Komponist kommt persönlich und erläutert sein Werk. „Solche Kombinationen sollen sich wie ein roter Faden durch unsere Programme ziehen“, plant der Verein. Längst hat Büttemeyer passende Verbindungen zu aktuellen Komponisten geknüpft.

Aber bei Aufführungen zeitgenössischer Werke stehen derzeit mehr urheberrechtliche Hürden im Wege, als sie der OKV vorausgesehen hat. „Doch wir bleiben an diesem spannenden Thema dran”, verspricht Büttemeyer.

Eintrittskarten für die Meisterkonzerte gibt es unter Tel. 2 71 09.