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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Alternative Rentner vor Abflug

14.03.2012

BERLIN Wie verändert sich der Alltag, wenn das Rentnerdasein näher rückt oder plötzlich der Partner stirbt? Reicht das Geld für einen angenehmen Lebensabend? Mit diesen gern verdrängten Fragen sehen sich in „Best Exotic Marigold Hotel“ (Kinostart an diesem Donnerstag) sieben Upperclass-Briten konfrontiert, die im besten Senioren-Alter von einem Neuanfang träumen.

Erste Zweifel

Warum nicht nach Indien ziehen, in ein angenehmes Hotel mit exotischem Flair? Aber schon beim Abflug aus dem englischen Nieselregen ins vermeintliche Paradies kommen den reiselustigen Ruheständlern die ersten Zweifel. War das wirklich eine gute Idee, die Rente outzusourcen?

In seiner temporeichen, pointierten Culture-Clash-Komödie lässt der britische Regisseur John Madden („Shakespeare in Love“) die Mentalitäten lustvoll aufeinanderprallen. Angegraute Ressentiments und spätkoloniale Hochnäsigkeit treffen auf ausgelassene Lebensfreude, Chaos und Spaß am Improvisieren, verkörpert vom quirligen Hotelbesitzer Sonny (Dev Patel aus „Slumdog Millionär“).

Dazu kommt ein glänzend aufgelegtes Ensemble hochkarätiger angelsächsischer Charakterdarsteller von Judi Dench über Tom Wilkinson und Bill Nighy bis zu Maggie Smith, die diese Reise ins indische Jaipur zu einem Genuss machen. Für Nighy („Tatsächlich verliebt“) soll „Best Exotic Marigold Hotel“ vor allem unterhalten, aber der Film habe auch einen ernsten Unterton: „Falls es irgendeine Botschaft geben sollte, dann die: Egal was kommt, tanze weiter, es ist jetzt noch nicht vorbei“, sagt der Schauspieler.

Das im Katalog als Luxusresort angepriesene „Best Exotic Marigold Hotel“ erweist sich als veritable Bruchbude, aber trotz aller Widrigkeiten beginnen die Alternativ-Rentner, ihren Alltag zu organisieren. Dabei sind die Prioritäten sehr unterschiedlich verteilt: Die attraktive Madge (Celia Imrie) sucht einen reichen, alleinstehenden Mann, Schürzenjäger Norman (Ronald Pickup) will sich neu verlieben, Muriel (Maggie Smith) braucht eine neue Hüfte, der schwule Richter Graham (Tom Wilkinson) möchte unbedingt den Mann wiedertreffen, mit dem er eine große Liebe erlebt hat.

Gut läuft es für die verwitwete Evelyn (Judi Dench), die einen Job im Call-Center ergattert. Am schwersten tun sich Douglas (Bill Nighy) und seine misanthropische Ehefrau Jean (Penelope Wilton). Ihre Ehe ist längst in Konventionen erstarrt.

Indien-Klischees

Natürlich kommt auch Maddens kurzweilige Komödie, wie schon Danny Boyles 2009 mit acht Oscars ausgezeichneter „Slumdog Millionär“, nicht ohne Indien-Klischees vom Farbenrausch übers Verkehrschaos bis zur angeblich ungebrochenen Lebensfreude auf dem Subkontinent aus. Aber es gibt auch nachdenkliche Töne: Das Elend des Kastensystems wird nicht verschwiegen oder die Sorgen von Akademikern, die gut ausgebildet im Call-Center schuften müssen.

Auch der rührige Hotelinhaber Sonny, der unsterblich in die junge Sunaina (Tena Desae) verliebt ist, muss lange kämpfen, bis seine Mutter die nicht standesgemäße Beziehung akzeptiert. Am Ende ist längst nicht alles eitel Sonnenschein, aber das Leben hält wieder Überraschungen bereit.

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