Nordenham - Trubel herrscht an diesem Mittwochvormittag in der Holzwerkstatt der Jahnhalle. Der Duft von Holz und Farbe liegt in der Luft. An Feile und Säge herrscht Hochbetrieb. Görken und Kerem Sedes, Ronny Koch, Sebastian Schmidt und Darian Prahm fertigen dort einen Kipplaster aus Holz. Die Schüler arbeiten an einer Werkbank inmitten des kleinen Raumes. Mit Eifer studieren sie den Bauplan, sägen die ersten Teile zurecht.
Routine an der Säge
Mit Rat und Tat zur Seite steht ihnen dabei Hasan Ugurlu, Sozialpädagoge bei der Stadt. Nachdem die Grundrisse mit Bleistift und Lineal auf dem rohen Holz markiert sind, geht es ans Zuschneiden. Dass sie dabei auf ihre Finger aufpassen müssen, wissen die Nachwuchshandwerker. „Vor kurzem habe ich einen Tischtennisschläger angefertigt. Mit der Säge bin ich vertraut“, sagt der 13-jährige Darian Prahm.
Nach dem Zuschneiden wird jedes Teil mit der Feile und dem Schleifpapier bearbeitet. Der Unterbau erhält Ringschrauben, und die ersten Teile werden geleimt und später bemalt. Der Kipplaster entsteht. „Jetzt musst du Geduld haben“, sagt Hasan Ugurlu zu Kerem Sedes. Der Zehnjährige aus Nordenham ist der Jüngste in der Gruppe – und der Schnellste.
Darauf zu warten, dass der Leim trocknet, mag er nicht, sagt Kerem Sedes. Das Fahrzeug sei schließlich sein erstes selbst gebautes Auto. „Einen Helikopter habe ich schon einmal aus Holz zusammengebaut“, erzählt Kerem Sedes.
Der Bau des Kipplasters ist eine Aktion des „Herbstferienpasses“, den die städtische Jugendarbeit veranstaltet. Ein Töpferseminar, ein Kochkursus sowie ein Ausflug in den Heidepark Soltau haben bereits stattgefunden.
„Alle Aktionen sind ausgebucht“, sagt Hasan Ugurlu, „wir sind mit der Resonanz zufrieden.“ Dabei seien die Präferenzen der Geschlechter deutlich erkennbar gewesen. „Während die Mädchen den Kochkursus bevorzugt haben, waren es bei den Jungen die handwerklichen Angebote“, ergänzt Hasan Ugurlu.
Spaß an Arbeit mit Holz
Mit den Angeboten möchte die städtische Jugendarbeit den Kindern und Jugendlichen in den Herbstferien eine Perspektive zu Fernseher, Computer und Playstation anbieten. „Die Angebote hier sind besser als Xbox spielen oder fernsehen“, sagt Sebastian Schmidt (12). „Ich möchte nicht zu Hause herumgammeln“, so Darian Prahm. Darüber hinaus mache den Jungen die Arbeit mit dem Holz Spaß. „Ich finde die Arbeit gut“, sagt Ronny Koch (13).
Ob es in den nächsten Herbstferien erneut Aktionen dieser Art geben wird, ist noch ungewiss, sagt Hasan Urgulu.
