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NWZonline.de Nachrichten Kultur

    festival: Altersloser Rock’n’Roller folgt italienischer Kochkunst

03.06.2013
NWZonline.de NWZonline 2015-07-23T11:28:52Z 280 158

    festival:
Altersloser Rock’n’Roller folgt italienischer Kochkunst

Wiesmoor „Wenn wir hier heute Abend fertig sind, dann fühlen sie sich 20 Jahre jünger“, verspricht Peter Kraus. Der alterslose 74-jährige Rock’n’Roller hat gut reden: Fit wie ein Turnschuh hüpft und springt und rockt und rollt er über die Bühne in Wiesmoor, feiert mit dem Publikum die unvergessenen Hits der Wirtschaftswunderjahre. Und irgendwann geschieht das Wunder: Der ältere Mann ein paar Reihen weiter vorne im Publikum legt mutig seinen Gehstock hin – und tanzt. „Be-Bop-a-lula“, rockt Peter Kraus und reckt den Mikrofonständer in die Luft.

Das Teenager-Idol der 1950er und 60er Jahre ist auch heute noch ein Ereignis. Begleitet von einer fantastischen Band riss Peter Kraus am Sonnabend unter dem Tournee-Titel „Für immer in Jeans“ bei der mittlerweile vierten Auflage von „Nach oben offen“ in der Freilichtbühne im ostfriesischen Wiesmoor mit Hits Wie „Sugar Sugar Baby“, „King Creole“ oder „Heartbreak Hotel“ das Publikum von den Sitzen. Zum Finale stürmten Teenager einer örtlichen Tanzschule die Bühne – und tanzten Rock’n’Roll in Petticoats.

Vor der Peter-Kraus-Party hatte Schauspieler Heiner Lauterbach das Publikum mitgenommen auf eine italienische Reise, erhob eine Ode an die Schönheit des Piemont, beschwor die Magie Roms, weckte Fernweh mit den Reizen Venedigs. Als Vorlage dienten Reisetagebücher von Goethe und Heinrich Heine wie auch Texte von Umberto Eco oder Luciano De Crescenzo. Zum musikalischen Ensemble für Lauterbachs Italienische Reise gehört mit Pablo Macias ein international renommierter Tenor.

Formidabel vorgetragen auch Lauterbachs italienische Kochkünste, die in einer Liebeserklärung an die Spaghetti-Zubereitung mündet. Oder mundet. Ebenso grandios: ein Psychogramm des italienischen Mannes und seiner Beziehung zu seiner Mama. „Einen echten italienischen Sohn entzieht nicht einmal die Traumfrau Mutters Fuchtel“, sagt Lauterbach.

Den Auftakt des Literatur- und Schauspiel-Festivals, das abermals Buchhändlerin Susanne Köster-Schoon auf die Beine gestellt hatte, bestritt Schauspieler Peter Lohmeyer. Er hatte sich die Gangstersatire „Der Tod ist ein bleibender Schaden“ von Eoin Colfer vorgenommen und hatte mit Auszügen aus „Maria ihm schmeckt’s nicht“ das Publikum schon mal vorgewärmt für Heiner Lauterbachs literarische Italien-Reise.