Bokelesch - Die Sonderausstellung „Die Gemeinde Strücklingen im Wandel der Zeit“ im Informationszentrum „Johanniterkapelle Bokelesch“ wird noch bis Ende Mai verlängert. Das kündigte Joachim Bunger vom Infozentrum im Gespräch mit der NWZ an. Bisher sei er mit der Resonanz zufrieden. Etwa 200 Besucher habe er in den ersten vier Wochen verzeichnen können. „Für den Zeitraum März/April ist das schon gut“, sagte Bunger. „Viele wollen noch kommen und sich die Ausstellung anschauen.“
Viele neue Bilder
Wie berichtet, war die Sonderausstellung passend zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren zusammengestellt worden. Anhand von Fotos, Karten und Informationen aus dem 19. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre wird der Wandel der damaligen Gemeinde Strücklingen dargestellt. Unter anderem gibt es in der Ausstellung eine Wand mit alten Gruppenfotos. Die Besucher können hier nach bekannten Gesichtern suchen. Einige Namen, so Bunger, hätten bereits gefunden werden können, allerdings eher zu Fotos, die nach dem Krieg entstanden sind. Auch seien zahlreiche neue Fotos dazu gekommen, die Bürger vorbeigebracht hätten.
Eine Frau aus Barßel sei kurz nach der Veröffentlichung eines Artikels in der NWZ zu ihm gekommen, berichtet Bunger. In dem Artikel ging es um den Zeitzeugen Conrad Niemeyer aus Bollingen, der auch bei der Eröffnung der Ausstellung anwesend war. Er schildert in dem Artikel unter anderem, wie am 7. Januar 1945 ein Bäckerwagen unterwegs gewesen war und in Nähe der Warengenossenschaft beschossen wurde.
Das Pferd, was den Wagen zog, kam dabei um. Die Frau aus Barßel habe Bunger dann ein Foto genau von diesem Bäckerwagen gebracht. „Sie saß als Kind auf dem Bock“, sagt Bunger. Sowohl den NWZ -Artikel, als auch das Foto habe er in die Ausstellung mit aufgenommen.
Auch habe Bunger ein Foto gesichtet, dass den ehemaligen Lehrer Josef Dierkes mit seiner Familie darstellen soll. Es befindet sich unter anderem im Buch „Das Saterland. Ein Streifzug durch die Geschichte“, von Annette Heese, herausgegeben von der Gemeinde Saterland.
Dierkes sei, so Bunger, am 16. Januar 1858 in Lutten geboren worden und am 27. November 1928 in Vechta verstorben. Von 1884 bis 1888 war er Lehrer in Wittensand.
1879 hat Dierkes den Gemischten Chor Cäcilia Strücklingen (damals noch Männergesangverein) gegründet. Diese Daten passen allerdings nicht mit dem Foto aus dem Buch zusammen.
Denn das Bild soll Lehrer Dierkes zu seiner Amtszeit im Saterland zeigen. Doch Dierkes erscheine auf dem Foto viel älter, als er zu der Zeit war, sagt Bunger. Auch der Enkel von Dierkes habe ihm gesagt, er könne sich nicht daran erinnern, dass sein Großvater einen Vollbart gehabt hätte, erzählt Bunger.
Informationen gesucht
Was jedoch möglich ist: das Foto zeigt Dierkes, aber nicht zur Amtszeit im Saterland. Nun will Bunger klären, ob tatsächlich Lehrer Dierkes abgebildet ist. Er sucht Bürger, die die Personen auf dem Foto oben kennen und sagen können, wo es aufgenommen wurde.
Bürger, die noch alte Fotos passend zur Ausstellung haben, können diese gerne bei Bunger vorbeibringen.
