Edewecht - Papier schöpfen, Seiten bedrucken, Bücher binden – diese alten handwerklichen Techniken werden heutzutage meist von Maschinen verrichtet. Wenn es nach dem Augustfehner Verein Buchmanufaktur international geht, sollte es wieder mehr Papierwerkstätten geben. Dafür setzt sich der Verein weltweit ein – und macht jetzt gemeinsame Sache mit dem Berufsbildungszentrum Ammerland (BBZ) in Edewecht.

Einen Wagen, der alles enthält, was man zum Papierschöpfen braucht, haben die Holz- und Metallwerker in den Werkstätten des BBZ gebaut. Er ist voll ausstaffiert mit Sieben, Eimern, einem Mixer zum Zerkleinern des alten Papiers, einer Druckerpresse und vielem mehr.

Diese mobile Papierwerkstatt kann überall aufgebaut und genutzt werden – Schulen und andere Einrichtungen können die Wagen erwerben und sich so eine eigene Werkstatt zum Papierschöpfen, Drucken und Buchbinden einrichten. „Es ist eine andere Art der Arbeit, die gerade für Kinder aus schwierigen Verhältnissen einen großen Wert hat“, erklärt Gert Sudbrack vom Verein Buchmanufaktur. Der Verein hat bereits Werkstätten in Thailand und Polen eröffnet, mit Schulen und Universitäten zusammengearbeitet.

„Kongenialer Partner“ sei das BBZ – der Verein erhalte qualitativ hochwertige Materialien, und die Werkstattgruppen bekämen vielfältige Möglichkeiten, an den Wagen mitzuarbeiten. „Wir haben den Fertigungsprozess so gestaltet, das möglichst viele davon profitieren konnten“, erklärt Heinz Madderken.

Im BBZ Ammerland erhalten Menschen mit geistigen, psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen eine berufliche Bildung und Qualifizierung, unter anderem in der Holz- oder Metallwerkstatt.

Gefördert wird das Projekt von der Barthel Stiftung aus Varel, die mit einer Finanzspritze den Bau der Wagen unterstützt. Für die Stiftung kam Regina Straßer eigens nach Edewecht, um den neuen Wagen zu begutachten.

Der erste Papierschöpfwagen ist bereits einsatzbereit, weitere für die Buchbinderei und das Drucken sind in Planung. Auch dafür sollen die Geräte im BBZ hergestellt werden.

„Was wir machen, kann man heutzutage nirgendwo mehr lernen“, ist Gert Sudbrack von der mobilen Papierwerkstatt überzeugt. Zufrieden mit der Zusammenarbeit zeigten sich sowohl die Vereinsvertreter, als auch die BBZ-ler.