Oldenburg - „Gold“ ist ein Musiktheater für Kinder, das auf dem Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ der Brüder Grimm beruht (Libretto: Flora Verbrugge/ Musik: Loenard Evers). Im Spielraum des Oldenburgischen Staatstheaters feierte es jetzt Premiere.

Erzählt, gesungen und gespielt wird das goldige Stück von der Mezzosopranistin Hagar Sharvit (28) und dem Schlagzeuger Moritz Weller, die wunderbar einfühlsam miteinander kommunizieren. Hagar Sharvit, die in dieser Spielzeit auch in Händels „Hercules“ auf der großen Bühne steht, erzählt in „Gold“ mit Sprache, Operngesang und Schauspiel das alte Märchen neu.

Es beginnt damit, dass der Junge Jakob wohlig warm zwischen Mama und Papa in einem Loch am Meer wohnt. Als er einem Fisch das Leben schenkt, erfüllt dieser dem Kleinen fortan Wünsche, von denen besonders Jakobs Mama reichlich hat.

Das Premieren-Publikum sieht dabei weder Loch, noch Fisch, noch Mama oder Papa konkret auf der Bühne. Ingo Putz, Regisseur und Schauspielmusiker, vertraut ganz auf die szenische Musik, die mit ihrer eigenen Sprache Bilder in die Köpfe der Kinder malt.

Moritz Weller bringt an seinem üppigen Schlagwerk aus Vibraphon, Marimba, Glockenspiel, Trommeln, zahlreichen Becken und weiteren Klangkörpern die Sterne zum Klingen und das Meer zum Toben (Musikalische Leitung: Nikolaus Nägele). Die junge Mezzosopranistin Hagar Sharvit singt und spielt sich mit kindlich-zarter Erzählfreude von der ersten Minute an in die Herzen der Zuschauer.

Ausstatterin Birgit Kellner hat ein berauschendes Bühnenbild gebaut. 2300 blaue Röhren bilden eine Riesenwelle. Mittendrin steht der Schlagzeuger zumeist mit vier Schlägeln in der Hand und klopft, trommelt, streicht und hämmert. Einmal lässt er Flüsterwellen um Jakobs Schuhe plätschern, ein anderes Mal die Brandung heftig brodeln.

Um ihn herum bewegt sich die Sängerin. Leichtfüßig hüpft sie über einen Steg, der zur Freude der kleinen Zuschauer auch durch die Sitzreihen führt. Nur allzu gern lassen sich die jungen Gäste von Hagar Sharvit anstecken, mit Geräuschen und Handbewegungen eine Welle zu beschreiben, die im Laufe der 50 Minuten immer lauter und größer wird, bis am Ende heftiger Applaus aufbrandet.