ALTMOORHAUSEN - Auf 50 gemeinsame Ehejahre blicken an diesem Donnerstag Johanna und Herbert Piepkorn aus Altmoorhausen zurück und stellen sich die Frage „Wo ist die Zeit nur geblieben?“ Als wäre es erst gestern gewesen, erinnert sich Hanna Piepkorn an den Tag, an dem sie ihren Zukünftigen auf dem Ernteball in Hatten kennenlernte. „Am 3. Oktober 1957 war das“, erzählt die gebürtige Schlesierin, „es war ein großes Glück, dass ich meine Arbeitskollegin überhaupt dahin begleiten durfte.“ Die Mutter musste ihre sieben Töchter alleine groß ziehen, daher habe sie auf ihre Mädchen aufgepasst wie ein Schießhund – „wir durften fast gar nichts“.

Im „Deutschen Haus“ zu Hatten lernte Johanna Lienich den in Pommern geborenen Herbert Piepkorn kennen, der nach langer Kriegsgefangenschaft in Kirchhatten gelandet war. Von da an traf sich das junge Paar zwar selten, „wir mussten beide viel arbeiten“, aber regelmäßig. „Irgendwann aber hat’s dann so richtig geschnackelt“, schmunzelt das goldene Ehepaar, „und wir haben festgestellt, dass wir ohne den anderen nicht mehr sein wollen.“ Die Hochzeitsglocken läuteten am 7. April 1961, und bei typischem Aprilwetter, bei dem sich Sonne und Regen abwechselten, gab sich das junge Paar das Ja-Wort.

Zunächst schlupften die frischgebackenen Eheleute bei den Schwiegereltern mit unter, es gab kaum freie Wohnungen. Als in Altmoorhausen das Schulhaus zu einem Wohnhaus umgebaut wurde, bewarben sich die Piepkorns um die letzte freie Wohnung. Den Ausbau der ehemaligen Klassenräume mussten die Mieter in monatelanger Eigenarbeit selber bewerkstelligen, aber als das junge Paar kurz vor Weihnachten einziehen konnte, waren alle Mühen vergessen. 1963 wurde Sohn Jörg geboren.

Neun Jahre später siedelte Familie Piepkorn von der alten Schule um in die nahe gelegene ausgediente Polizeiwache. Seit 1983 lebt die Familie nun an der Linteler Straße, beide schätzen die nette, zuverlässige Nachbarschaft sehr.

„Wir haben immer sehr viel gemeinsam unternommen“ erinnert sich das Paar. Neben den regelmäßigen gemeinsamen Aktivitäten ging aber auch jeder von ihnen einem eigenen Hobby nach, Hanna betätigte sich 18 Jahre lang aktiv in einem Nähkreis, Herbert ging angeln. „Oft kroch er morgens schon um 3 Uhr aus dem Bett“, lächelt seine verständnisvolle Ehefrau, „denn gerade die frühen Morgenstunden genoss er ganz besonders.“ Ganz so früh zieht der Angler heute nicht mehr los, aber immer noch ist er regelmäßig mit seinem Angelzeug unterwegs. Bei „seinen“ beiden Fischereivereinen Wüsting und Huntlosen ist Herbert Piepkorn nach über 50 Jahren Vereinszugehörigkeit mittlerweile Ehrenmitglied.

Sohn Jörg und Ehefrau Irina wohnen glücklicherweise nicht weit entfernt, die beiden Piepkorn-Enkelkinder sind gern gesehene und regelmäßige Besucher bei Oma und Opa. Die Goldene Hochzeit wird am heutigen Tage nur „ein bisschen“ und Sonnabend „ganz groß“ gefeiert.