ALTMOORHAUSEN - ALTMOORHAUSEN - Wenn Niko Niederdorf malt, versinkt er in seinen Bildern. „Ich male so lange, bis mir das Bild gefällt“, sagt der 20-jährige Altmoorhauser, der sich in kein künstlerisches Klischee pressen lässt. „Ich male, weil die Bilder in meinem Kopf sind“, sagt Niederdorf. Er bringt Gedanken zu Themen, die ihn beschäftigen, farbig aufs Papier und auf die Leinwand. Niko Niederdorf verleiht seinen Werken gerne symbolische Elemente, mitunter enthalten sie eine gewisse Doppeldeutigkeit. Als „Realismus mit einem Teil Fiktion“ charakterisiert Nikos ehemalige Kunstlehrerin Elisabeth Düser seinen Malstil.

Mit Schmetterlingen und zwei in rot dargestellten Tauben versinnbildlicht Niederdorf „Liebeskummer“. Auf den ersten Blick wirkt dieses Bild wie eine tropische Vegetation. Das Bild „Liebe... oder was?“ besticht ebenfalls durch die Leuchtkraft der Farben und die Vitalität der abgebildeten Vögel. Auch hier zählt die Botschaft: Umgurrt und mit Flügel aufgefangen durch das Weibchen wird die Stärke des Männchens unterstützt. Dadurch soll zum Ausdruck kommen „Gemeinsam sind wir stark“. Eines seiner Lieblingsbilder ist die „Meeresgöttin“. Das 2004 im Kunst-Leistungskurs am Graf-Anton-Günther-Gymnasium entstandene Werk zeigt eine Unterwasserwelt mit einer Frau als Korallenriff. Seine neueste Arbeit trägt den Titel „Frühlingserwachen“ und stellt einen schmelzenden Eisblock in den Mittelpunkt.

Seinen Bildern liegen stets Bleistiftskizzen zugrunde, die „spontan entstehen“. „Im Unterricht war mir immer langweilig“, schmunzelt der 20-Jährige. Seine Einfälle setzt er mit Arcyl in leuchtenden Farben um. Bislang hat er meistens dünnflüssigere „Abtönfarben aus dem Baumarkt“ verwendet, die er nun auf der Suche nach der perfekten Farbkonsistenz mit „echten“ Acrylfarben mischt. Am liebsten malt Nico Niederdorf zuhause in seinem Zimmer. Erste Ansprechpartnerin, wenn es um Kritik geht, ist seine Schwester Nina: „Sie hat ein unglaubliches Gefühl für Farbharmonie und sagt mir ehrlich ihre Meinung.“

Kurse und Seminare hat Niko Niederdorf nicht besucht, sondern sich sein Wissen nach dem Motto „learning by doing“ erarbeitet. Das Talent ist ihm in die Wiege gelegt worden – seine Mutter, Gisela Hollmann-Niederdorf, hat sich als Objekt- und Textilkünstlerin im „Altmoorhauser Scheunenatelier“ einen Namen gemacht. In der heimischen Galerie sind auch die meisten Werke des Sohnes ausgestellt.

Niko Niederdorfs Begabung für die Malerei war schon in der Schulzeit im Kunstunterricht unübersehbar. Als Zwölfjähriger beteiligte er sich mit einer Arbeit an der Gestaltung der Titelseite des Huder Bürgerbriefs. Sein erstes großformatiges, 2001 entstandenes Acrylbild war auf der Freizeit-Messe in Oldenburg zu sehen. 2006 gelang ihm als Abiturient die beste praktische Arbeit im Fach Kunst in Oldenburg.

Zurzeit lässt sich Nico Niederdorf an der „Bremer Akademie“ zum Fachwirt für Kommunikation und Marketing ausbilden. „Nur von der Kunst zu leben, ist schwierig“, weiß der 20-Jährige. Sein Talent als Maler möchte Nico Niederdorf aber nutzen, um sein Studium der Kultur- und Wirtschaftswissenschaften zu finanzieren, das er ab dem Wintersemester 2007 beginnen will. Unbedingt ausprobieren will er das Arbeiten mit Aquarellfarben und Kreide – „ich versuche, mich weiterzuentwickeln.“