Münster/Cloppenburg/Lastrup - Münsters Bischof Dr. Felix Genn hat am Pfingstsonntag Lukas Hermes aus Cloppenburg und Matthias Rump aus Lastrup zu Priestern geweiht. Mehrere Jahre lang hatten sich die beiden jungen Männer zuvor auf diesen Schritt vorbereitet.

Das Pontifikalamt im voll besetzten St.-Paulus-Dom stand unter dem biblischen Leitwort „Brannte uns nicht das Herz?“ aus der Emmaus-Erzählung im Lukasevangelium. Das Bild des Feuers, so erläuterte Genn in seiner Predigt, sei doppeldeutig: „Feuer ist einerseits zerstörerisch, andererseits macht es deutlich, wie tief jemand von etwas erfüllt sein kann.“ Man rede nicht umsonst davon, Feuer und Flamme zu sein. „Das gilt bei Verliebten wie auch für das Engagement auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern.“

Die Jünger seien ebenfalls Feuer und Flamme für Jesus gewesen, sagte Genn weiter. Dann aber erlebten sie das totale Scheitern und später, dass er sich ihnen als Lebendiger zeigte. „Das muss man erst mal verstehen, das löst doch Skepsis aus.“ Dann jedoch wurden die Jünger an Pfingsten „wie in einem Sturm gepackt“: Jeder Einzelne habe seitdem davon sprechen können, was Gott Großes getan habe.

„Für wen begeistern wir uns heute?“, fragte der Bischof im Anschluss. „Sind wir Feuer und Flamme für Jesus? Trauen wir seiner Gegenwart unter uns?“ Die Kirche brauche Menschen, die sich von Gott berühren und anfeuern ließen. „Berufung bedeutet, zu spüren: Er lässt mich nicht mehr los, und ich kann ihn nicht mehr loslassen – mein Herz brennt für Ihn.“ Bischof Genn dankte den beiden Weihekandidaten für ihre Bereitschaft, durch ihre persönliche Berufung dieses Feuer weiterzutragen.

Im Anschluss an die Predigt legten Lukas Hermes und Matthias Rump ihre Weiheversprechen vor Bischof Genn ab. Während der Anrufung der Heiligen legten sie sich zum Zeichen ihrer Hingabe an Gott flach auf den Boden des St.-Paulus-Doms. Dann legte ihnen zunächst der Bischof, danach rund 50 weitere anwesende Priester, die Hände auf – ein Zeichen für die Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester. Aus den Händen ihrer Heimatpfarrer empfingen die Neupriester Stola und Messgewand.

Musikalisch gestaltet wurde das Pontifikalamt vom Domchor St. Paulus, dem Ensemble „Stringent&Gäste“, den Solisten Stefanie Fels-Lauer, Sandra Marks, Stefan Sbonnik und Michael Nonhoff sowie Domorganist Thomas Schmitz. Die musikalische Leitung hatte Domkapellmeister Alexander Lauer.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland